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Marina Belobrovaja und Tochter Nelly als Familie zu zweit.© ZVG
Jetzt im Kino

Mutter + Kind = Familie

Die Künstlerin Marina Belobrovaja folgte ihrem Wunsch, Mutter zu werden – ohne Vater an der Seite. Ihren Entscheid, ein Kind per Samenspende zu zeugen, dokumentierte sie im Film «Menschenskind». Mit der BKA spricht sie über autobiografisches Filmen und Elternschaft.

Veranstaltungsdaten

DI 15.06.2021 18.00
MI 16.06.2021 18.00
DO 17.06.2021 18.00
MO 21.06.2021 18.00
DI 22.06.2021 18.00
MI 23.06.2021 18.00
DO 24.06.2021 20.00

 

 

«Menschenskind» ist ein sehr persönlicher Film. Was gab den Ausschlag, Ihre Elternschaft in einem Film zu verarbeiten?

 Meine Kunst ist meistens autobiografisch. Sie ist für mich ein Weg, mich im Leben zurechtzufinden, mich meinen Fragen und Zweifeln zu stellen. Ich entschloss mich relativ früh dazu, meine Elternschaft filmisch zu dokumentieren und zu begleiten.

Ihr Muttersein entspricht nicht dem gesellschaftlichen Modell des heterosexuellen Elternpaars.

Bis heute unterstützt der Schweizer Staat Samenspende nur bei verheirateten heterosexuellen Paaren. Allen anderen Personen mit Kinderwunsch ist dies verwehrt. Bis jetzt. Samenspende sollte aber meiner Meinung nach Menschen jeder sexuellen Ausrichtung und geschlechtlichen Identität auf legalem Weg offen stehen.

Sie suchen im Film Kontakt zu heute Erwachsenen, die mithilfe anonymer Samenspende gezeugt wurden. Warum?

Es war mir wichtig, zu erfahren und filmisch festzuhalten, was Kinder, 
die ihren biologischen Erzeuger nicht kennen, sich von ihren sozialen Eltern und dem Spender erwünscht hätten. Ausserdem sehe ich sie ein Stück weit stellvertretend für meine eigene, heute achtjährige Tochter als Erwachsene.

Die Betroffenen konfrontieren Ihre Mutterschaft per Samenspende mit kritischen Fragen.

Ja – und sie spiegeln damit auch meine eigenen Zweifel: Welche Konsequenzen hat meine Entscheidung, den Kinderwunsch zu realisieren, für meine Tochter heute und für ihr zukünftiges Leben? Solchen Fragen wollte und musste ich mich stellen.

Die Beteiligten geben viel preis von sich. War es schwer, Protagonisten zu finden?

Ja und nein. Meine Familie in Israel war von Anfang an dabei, aber auch eine enge Freundin und ihr Partner, die eine alternative Familienkonstellation leben. Eine der ursprünglichen Protagonistinnen sprang allerdings wenige Wochen vor Ende der Produktion ab. Die Arbeit am Film verlängerte sich um ein Jahr. Es hat sich aber gelohnt und den Film komplexer gemacht.

Das Filmmaterial deckt fünf Jahre ab. Man sieht Ihre Tochter Nelly grösser werden. War das auch eine Art der Aufklärung Ihres Kindes?

Nelly ist mit dem Film aufgewachsen. Seit sie drei ist, weiss sie von dem Mann, der sie gezeugt hat. In der Schule spricht sie ganz selbstverständlich von unserem Familienmodell. Wie sie eines Tages darüber denkt, weiss ich nicht. Wovon ich aber überzeugt bin, ist, dass das Verschweigen der Zeugungsgeschichte eine Verletzung und Entmündigung von Spenderkindern darstellt. Deswegen war es mir schon vor der Zeugung meiner Tochter klar, dass ich ganz offen mit unserer Familiengeschichte umgehen werde.

CineClub, Mi., 9.6., 18.15 Uhr
www.quinnie.ch

(Danach Podium zum Thema «Elternschaft für alle» mit Aliki Panayides, Präsidentin SVP Frauen Bern, und Flavia Wasserfallen, SP Nationalrätin)

Wir verlosen 2 × 1 Ticket für die Vorstellung vom 9.6.: tickets@bka.ch



Events zu diesem Artikel

Kino

Menschenskind!

Marina Belobrovaja entscheidet sich ein Kind durch eine Samenspende zu bekommen.  CineMovie, Bern 15.06.2021, 18.00
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Marina Belobrovaja entscheidet sich ein Kind durch eine Samenspende zu bekommen.  CineMovie, Bern 16.06.2021, 18.00
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Marina Belobrovaja entscheidet sich ein Kind durch eine Samenspende zu bekommen.  CineMovie, Bern 17.06.2021, 18.00
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Marina Belobrovaja entscheidet sich ein Kind durch eine Samenspende zu bekommen.  CineMovie, Bern 21.06.2021, 18.00
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Marina Belobrovaja entscheidet sich ein Kind durch eine Samenspende zu bekommen.  Rex, Thun 24.06.2021, 20.00

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