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Jörg Puchta dreht zum Eizelleneinsetzen Musik auf. © Fair & Ugly Filmproduktion
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Kinder aus dem Labor

Der Berner Film «Kinder machen» wirft einen einfühlsamen Blick auf die Arbeit der künstlichen Befruchterinnen und Befruchter. Nicht zufällig eignet er sich fürs Klassenzimmer.

«Wenn ich einmal gross bin, will ich Kindermacherin werden.» Das klingt seltsam, könnte aber in gar nicht so ferner Zukunft Realität sein. Die künstliche Befruchtung ist, wie der Dokumentarfilm «Kinder machen» zeigt, auf dem Vormarsch. Darin ergründet die Berner Regisseurin Barbara Burger die Methoden der In-vitro-Fertilisation und des Social Freezings, also Einfrierens von Eizellen für Frauen, die erst später schwanger werden wollen. Burger, die auch als Lehrerin arbeitet, achtet dabei auf eine einfach verständliche Sprache.

Drei Protagonisten werden begleitet. Die Wissenschaft ist vertreten durch den Physiker Klaus Rink, der an einer Messe für Fortpflanzungsindus­trie seine Erfindung anpreist. Ihn treibt aber nicht primär das Geld an wie andere. Differenziert dargestellt sind auch zwei Mediziner: Dort der Arzt Jörg Puchta, Pionier des Social Freezings in Deutschland, da die Berner Ärztin Elisabeth Berger, die diese Technik zögerlich einsetzt und ethische wie medizinische Bedenken äussert.

Empathisch fängt der Film, der den Berner Filmpreis erhalten hat, das Menscheln in der getakteten Arbeitsumgebung ein. Im Labor gehört es dazu, «Grüsse» an die Zellen auszurichten und mit ihnen zu reden. Und warum eigentlich nicht Musik im Behandlungszimmer aufdrehen, wenn die befruchtete Eizelle eingesetzt wird? So darf sich das künstliche Kindermachen wenigstens ein bisschen schön anfühlen.

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