mitgliederwerden grey iconMitglied werden
Archiv
Am Ende einer langen Nacht. © DCM
Cinématte, Bern

Gegen das Zeitgefühl

Vor der Kulisse einer realen Party entstand der Film «So was von da» von Jakob Lass nach dem Roman von Tino Hanekamp. Er handelt von Freundschaft und dem Bestreben, im Hier und Jetzt zu leben. Zu sehen in der Cinématte.

Im Hier und Jetzt zu leben sei alles, was zähle, sagt Oskar (Niklas Bruhn) am Ende einer sehr, sehr langen Party in seinem Club in St. Pauli. Er musste sich in dieser Silvesternacht und dem darauffolgenden Tag mit einigen Pro­blemen herumschlagen: Nach der ausgedehnten Sause muss sein Club schliessen, seine Ex-Freundin Mathilda, seine grosse Liebe, taucht plötzlich auf, er hat zu viele Drogen genommen und landet beinahe im Krankenhaus, und der aggressive «Kiez-Kalle» will seine 10 000 Euro zurück. Auch das Leben seiner Freunde gerät aus den Fugen: Sein Musiker-Freund Rocky droht am Erfolg zu zerbrechen und die überdrehte Nina malt wortwörtlich alles schwarz an.

 

Die Schnitte spiegeln die Stimmung

Der berauschende Film «So was von da» von Jakob Lass («Love Steaks») entführt in eine wilde, pulsierende Nacht, die nie zu enden scheint. Dringt allmählich Tageslicht durch die Fenster und Ritzen, werden diese mit schwarzem Klebeband dicht gemacht. Jegliches Zeitgefühl bleibt draussen. Je aufgekratzter die Stimmung im Club, desto schneller sind auch die Schnitte und Wechsel der Perspektiven. Der Film übt einen starken Sog aus, auch wenn die Glaubwürdigkeit der Handlung und das Spiel, vor allem das des Protagonisten, nicht immer überzeugen. Dafür ist die Machart umso spezieller: Anstatt vor einer Kulisse wurde während echter Partys in einem Hamburger Club gedreht.

«So was von da» entstand nach der gleichnamigen Buchvorlage von Tino Hanekamp, dem Betreiber des legendären Hamburger Clubs Übel & Gefährlich.

Events zu diesem Artikel

Keine Veranstaltungen

Anmeldung Newsletter

Wetter in Bern

laden