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Der Meister und seine Muse: Klopfenstein filmt Lauterburg. © Cinema Copain
Kino Rex, Bern

Eigenleben der Figuren

«Der Meister und Max» von Marcel Derek Ramsay ist eine verspielte Hommage an das Kino Clemens Klopfensteins.

Sein Job besteht darin, aus bestehendem Filmmaterial die besten Szenen herauszupicken und neu zusammenzustellen: Marcel Derek Ramsay stellt Trailer für seine Regiekolleginnen und Regiekollegen her. In seinem Langspielfilm «Der Meister und Max» macht der in Baden geborene Cutter und Filmemacher nun etwas Ähnliches. Aus den Filmen des Berner Regisseurs Clemens Klopfenstein montiert Ramsay eine eigene Geschichte über die Liebe, zweckentfremdet die Filmfiguren und spinnt Klopfensteins Werke weiter.

Im Zentrum stehen die Lieblingsprotagonisten des Regie-Maniacs, Max Rüdlinger, Christine Lauterburg und Polo Hofer: Max, der griesgrämige Jammeri («Wie mich das ansodet, immer in diesen Klopfenstein-Filmen herumzuhangen!»), Chrige, die manische Weltumarmerin und Polo, der Hobbyphilosoph. Sie geistern als angestachelte Nachtschwärmer durch das Bern der Bohemiens («E Nachtlang Füürland», 1982), verweilen in der Wüste bei Gesprächen über Wurstsalat («Das Schweigen der Männer», 1997) und landen schliesslich auf rauschhaftem Roadtrip durch Italien («Der Ruf der Sibylla», 1984). In einer Nebenrolle kommt auch der Meister selber vor: Klopfenstein leidet unter einer Schaffenskrise. Gut, hat er Ramsay, der ihm mit viel Fantasie aus der Patsche hilft.

Der Kompilationsfilm ist eine überschwängliche Hommage und ein originelles Werk zugleich. Der Film macht Lust, sich gleich das Gesamtwerk Klopfensteins anzusehen.

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