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Stefano Knuchel (l.) bewundert seinen Vater, einen Betrüger, immer noch.© Outside the Box
Kino Rex, Bern

Die Show musste weitergehen

Im Dokumentarfilm «Quando ero Cloclo» schliesst der Tessiner Regisseur Stefano Knuchel Frieden mit seiner schwierigen Kindheit als Sohn eines Betrügers.

Die letzte Flucht auf dem Rücksitz des Citroën dauerte drei Tage. Für ihn seien es die «schönsten Tage seines Lebens» gewesen, sagt Stefano Knuchel. In der Hälfte von «Quando ero Cloclo» endet sein filmreifes Leben auf der Flucht, weil der Vater für Betrügereien ins Gefängnis kommt.

Der Tessiner Regisseur und Fernsehmoderator hat einen Film über seine Familiengeschichte gedreht. Er erzählt etwa von einem Bären im Nachtclub des elterlichen Motels, von der Mutter als strahlender Bardame und dem Vater als draufgängerischem Gastgeber, von spanischen Pools oder seinem Discman. Und von einer Blocksiedlung in Genf, wo der 12-jährige Stefano alle mit Imi­tationen des französischen Popsängers Claude «Cloclo» François verzückte. Oft klammert er sich an die glücklichen Momente, was die menschliche Erinnerung halt lieber tut.

Innenperspektive

Knuchel gesteht aber ein, dass von Anfang ein «Unbehagen» die Familie begleitete. Immer wieder zogen sie um, weil «Papi die Miete nicht mehr zahlte» oder «Dinge verkaufte, die er nicht besass». Ihre Wahrnehmung als Kinder vermischt sich mit der heutigen Sicht. Leider erfährt man nur die Innenperspektive und nicht, wie andere Zeitzeugen die Knuchels beschreiben würden.

Nicht alle der fünf Geschwister liessen sich filmen. Zwei verpassten die «Rückkehr in die Realität», die Knuchel im Verhaftungsjahr 1981 festmacht. Der Regisseur indes versöhnt sich mit seiner Kindheit und dem Vater, den er trotz allem noch bewundert.

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