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Oskar (Zacharie Chasseriaud) im Uhrmacherkittel statt in der Rangeruniform.© Outside the Box
Kino Rex, Bern

Clash der Generationen

Im Uhrmachermilieu in La Chaux-de-Fonds: Ein Ziehsohn und sein Vormund machen sich gegenseitig das Leben schwer. Das Kino Rex zeigt Robin Erards Debütfilm ­«Fauves», der wagemutig mit Genres spielt.

Es ist die Stadt der Uhren und der wie ein Schachbrett angeordneten Häuser: La Chaux-de-Fonds im Hochjura. Robin Erard hat seiner hügeligen Heimatstadt im Spielfilmdebüt «Fauves» eine nicht nur liebevolle Hommage ausgerichtet. Eine Uhrmacherschule ist Dreh- und Angelpunkt der Geschichte, die vom verträumten Oskar und seinem tyran­nischen Vormund Elvis Egger handelt. Dem passionierten Bogenschützen reicht es nicht, seine sadistische Ader 
als Turnlehrer auszuleben, er will unbedingt Schuldirektor werden. Er schreckt vor nichts zurück. Ziehsohn Oskar rebelliert derweil an allen Fronten, denn auch er hat einen Traum: Er will in Simbabwe als Wildhüter arbeiten.

Lokal verankertes Milieu

Erard hat ein Händchen für feine 
Situationskomik und überdrehten Humor, der vor allem in der Figur des An­tagonisten zum Ausdruck kommt: Elvis Egger (allein der Name) trägt zu einem wichtigen Schulanlass ausgerechnet eine japanische Uhr, wirft mit holprigen Metaphern um sich («Ihr seid die Bogenschützen eures Lebens») und findet seiner schwangeren Frau gegenüber immer die falschen Worte. Geglückt ist vor allem das lokal verankerte Milieu, in dem «Fauves» spielt, und der Clash der Generationen: «Ihr seht nie einen Fehler ein, für jeden Scheiss habt ihr eine Entschuldigung parat», so formuliert es Elvis. Zuweilen scheint es, als könne sich der Film nicht zwischen Realsatire und Thriller entscheiden, aber dieser Genremix erfrischt auch. Brillant sind die beiden Hauptdarsteller Zacharie Chasseriaud und Jonathan Zaccaï, die sich als Oskar und Elvis ein Duell mit Giftpfeilen liefern.

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