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Briefe schreiben hält sie am Leben: Melanie, gespielt von Sabine Timoteo (r.). © Mythenfilm
Cinématte, Bern

Chronik der Hoffnung

Im biografischen Drama «The Chronicles of Melanie» glänzt die Bernerin Sabine Timoteo, die für ihre Rolle Lettisch und Russisch lernte. Das Kino Cinématte zeigt den leisen Schwarz-Weiss-Film von Regisseur Viestur Kairish.

Melanie sitzt mit ihrer Familie am Tisch und verschlingt einen Kuchen, ohne zu kauen. Kurz darauf schlägt sie die Augen auf, erwacht, halb verhungert, aus einem fiebrigen Traum. Melanie und ihr Sohn befinden sich seit Wochen in einem Lager in Sibirien, in welches sie im Jahr 1941 ohne Vorwarnung mit über 15000 anderen Menschen jeden Alters aus ihrer Heimat Lettland von sowjetischen Truppen deportiert wurden.

 

Die Winter sind kalt, die Arbeit hart, täglich sterben Frauen und Kinder. «Ich erwarte nichts mehr vom Leben. Es bleibt nur noch eines. Ein kleiner Hoffnungsschimmer. Unser Heimatland wiederzusehen. Unseren Sohn grosszuziehen. Und dich wiederzusehen. Ein Lebenswinkel bleibt mit sieben Bergen des Glaubens und sieben Meeren der Liebe», schreibt Melanie an ihren Mann. Obwohl sie weder weiss, wo er genau ist, noch die Briefe versenden darf, sind sie das Einzige, was sie am Leben hält.

Nach Originalmanuskript

Auf diesen Originalaufzeichnungen der Journalistin Melanija Vanaga basiert das leise, biografische Drama «The Chronicles of Melanie» (2016) des lettischen Regisseurs Viestur Kairish. In der Hauptrolle des atmosphärischen Schwarz-Weiss-Films glänzt die Schauspielerin Sabine Timoteo mit einer aussergewöhnlichen Leistung: Die Bernerin drehte bei Minus 20 Grad und lernte für die Rolle Russisch und Lettisch.

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