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Rob Brydon (3. v. r.) schwimmt, um die «Tyrannei des Alters» zu vergessen.© Ascot Elite
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Bierbäuche und Altlasten

«Swimming With Men» begibt sich in eher seichte 
Gewässer. Dank dem tollen Cast, allen voran Rob Brydon, versprüht die britische Komödie über einen Synchronschwimmclub für Männer trotzdem Charme.

Rob Brydon sieht immer ein bisschen aus, als sei er mit dem falschen Fuss aufgestanden: Die Mundwinkel hängen nach unten, die Augen sind zugekniffen, der Gesichtsausdruck ab­gelöscht. Seine Besetzung in der englischen Komödie «Swimming With Men» ist ideal. Er spielt darin einen zu Tode gelangweilten Buchhalter in der Midlife-Crisis. Der walisische Schauspieler ist bekannt aus «The Trip». In der semidokumentarischen Sitcom tourte er mit Komikerkollege Steve Coogan als grantiger Hobby-Restaurantkritiker durch Europa. Brydon ist ein Komiker, der nur mit einer hochgezogenen Augenbraue Lacher auslöst.

Die Träume des kleinen Mannes

In der leichten Komödie «Swimming With Men» von Oliver Parker à la «The Full Monty» kommt die Rettung für den desillusionierten Eric (Brydon) in Form eines Synchronschwimmclubs für Männer. Bei seinem feierabendlichen Schwumm lernt er eine Gruppe «Blokes» mit Bierbäuchen, Altlasten und anderen Komplexen kennen und wird mit offenen Armen aufgenommen. Denn es ist nicht irgendein Club, sondern «ein Protest gegen die Sinnlosigkeit des Lebens, gegen die Tyrannei des Alters, gegen das, was aus uns geworden ist». Die Mitschwimmer sind leider etwas gar klischiert gezeichnet – der Schwule, der Ex-Fussballer, der Kleinkriminelle, der Witwer – aber dank den charaktervollen Schauspielern (Rupert Graves, Jim Carter, Adeel Akhtar) schaut man der unterhaltsamen Truppe gerne beim Absaufen und den rührenden Pubgesprächen zu. Dass am Ende sogar die Synchronschwimmweltmeisterschaft ruft, ist natürlich zu schön, um wahr zu sein, aber man sollte nie die Träume des kleinen Mannes unterschätzen.

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