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Die Menschen im syrischen Film «The Day I Lost My Shadow» verlieren im Krieg ihren Schatten.© ZVG
Diverse Orte, Freiburg

Ausgeleuchtete Schatten

Die 33. Ausgabe des Festival International de Films de Fribourg FIFF leuchtet mit 105 Filmen aus 58 Produktionsländern auch dieses Jahr unbekannte Winkel aus.

Im Jahr 2012, während des kältesten Winters, den Syrien je erlebt hat, probiert Sana verzweifelt, ihrem Sohn ein einigermassen normales Leben zu bieten. Als das Gas ausgeht, nimmt sie sich einen Tag frei, um eine neue Flasche zu suchen. Das Auto, in dem sie und zwei weitere Personen sitzen, wird vom Militär kontrolliert. Da der Fahrer Filmmaterial von Aufständen bei sich trägt, und die Kontrolle seinen sicheren Tod bedeuten würde, flieht er mit dem Auto und dessen Insassen. Sie finden sich in einer belagerten Gegend wieder. Die Farben um sie herum sind verblasst, in etwa so wie auch die Hoffnung der Syrer auf ein Morgen. Da entdeckt Sana, dass die Menschen während des Krieges ihre Schatten verlieren. In «The Day I Lost My Shadow» der syrischen Filmemacherin Soudade Kaadan vermischen sich Realität und Illusion.

Das bildstarke Drama läuft im internationalen Wettbewerb und ist einer von insgesamt 105 Filmen aus 58 Produktionsländern, die heuer am 33. Festival International de Films de Fribourg FIFF gezeigt werden. Das Festival leuchte unbekannte Winkel aus und bringe neue Talente ans Licht, wie Thierry Jobin, künstlerischer Leiter des Festivals, an der Pressekonferenz sagte. «Die Quintessenz des Festivals ist die Leidenschaft, Filmschaffen in all seinen Facetten aus der ganzen Welt zu zeigen», so Jobin.

Andersartige Filmrollen

Feministische Themen sind an der diesjährigen Ausgabe stark vertreten, etwa in der Sparte «Noire n’est pas mon métier». Dafür stellten französische Schauspielerinnen mit afrikanischen Wurzeln eine Liste mit Filmen zusammen, die ein anderes Bild, fernab der Klischees oder der typischen Filmrolle der schwarzen Frau zeichnen. In der Reihe läuft unter anderem der provokative Film «Sankofa» (1993) von Haile Gerima, der von einem amerikanischen Model handelt, das für ein Shooting nach Ghana reist. Als sie eine Ruine besucht, in der früher Sklaven gehalten wurden, fällt sie in Ohnmacht und erwacht auf einer Plantage der Kolonialzeit.

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