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Will Kinder und Jugendliche für den Klimaschutz sensibilisieren: Daniele Meocci.© ZVG
Kornhausbibliothek Breitenrain, Bern

«Umweltschutz muss cooler werden, für alle»

Der Autor Daniele Meocci tauft sein neues Jugendbuch «Aktion Klimaschock» in der Kornhausbibliothek im Breitenrain. Im Interview erklärt er, warum Lesen in jungen Jahren wichtig für das Leben ist.

Daniele Meocci, «Aktion Klimaschock» erzählt von den Freunden Tenga, Jara, Aaron und Minnie, welche gemeinsam die Ökogruppe an ihrer Schule leiten. Dann lässt sich Jara mit einer Gruppe von radikalen und möglicherweise auch gewaltbereiten Aktivisten ein und verschwindet auf einmal. Wie kamen Sie auf diese Geschichte?
Vor zwei Jahren sprach Greta Thunberg an der UN-Klimakonferenz in Polen. Was diese junge Frau sagte, hat mich beeindruckt, und ich begann daraufhin die Fridays4Future-Bewegung in der Schweiz näher zu ver­folgen. Zugleich startete ich mit der Arbeit an meinem Buch. Meine Geschichte ist in der nahen Zukunft angesiedelt, und ich fokussiere nicht ausschliesslich auf das Thema Klimaschutz - es geht auch um Themen wie Identität und Heimat.

Können Sie das genauer erklären?
Die Jugendlichen, die sich hierzulande für Fridays for Future engagieren, sind oft gut gebildet und mehrheitlich sprachlich sehr versiert. Ich fragte mich, wie es eigentlich bei Jugendlichen, die nicht in dieses Raster passen, in Sachen Klimaschutz aussieht. So kam ich darauf, Tenga, einen syrischen Kurden, zu einer der Hauptfiguren im Buch zu machen. Tenga kam als kleiner Junge in die Schweiz. Als Jugendlicher wird er nun mit der Frage konfrontiert, wo er als Ausländer eigentlich hingehört und was er will.

Hat denn die Klimastreik-Bewegung in der Schweiz Ihrer Meinung nach ein Imageproblem, wenn es um Jugendliche mit Migrationshintergrund geht?
Das kann ich so nicht beantworten. Als Lehrer für Deutsch als Zweitsprache auf der Primarstufe – ich bringe Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund Deutsch bei - stelle ich aber fest, dass sich meine Schülerinnen und Schüler kaum für ökologische Themen interessieren. Diese Kinder und ihre Familien haben oft andere Probleme. Nun ist doch die Frage, wie man auch diese Kinder und Jugendlichen für den Klima- und Naturschutz sensibilisieren kann.

Was schlagen Sie vor?
Ein Patentrezept gibt es nicht. Ein möglicher Schritt ist, in die Schulen zu gehen und die Jugendlichen direkt anzusprechen. Die Bücher vom da bux Verlag werden oft als Klassenlektüre eingesetzt und es gibt Unterrichtsmaterial zum Downloaden. Deshalb mache ich in den nächsten Monaten auch Schullesungen, darauf freue ich mich sehr. Zudem denke ich, dass es – ganz grundsätzlich – cooler und auch selbstverständlicher werden muss, sich für die Umwelt zu engagieren, für alle.

«Aktion Klimaschock» ist auch für leseschwache Jugendliche geeignet – warum war Ihnen das wichtig?
Ich wollte ein Buch schreiben, das möglichst vielen jungen Menschen zugänglich ist, auch Leseschwachen und Fremdsprachigen. Die Geschichte ist mit 60 Seiten bewusst kurz gehalten. Sie ist spannend, jugendnah geschrieben, sehr aktuell und vermittelt beim Lesen ein Erfolgserlebnis. Gerade Jungs und zum Teil auch Mädchen im Teenageralter lesen heutzutage viel zu wenig, da besteht grosser Förderbedarf.

Haben Sie selber viel gelesen, als Sie jünger waren?
Ich habe als Kind eines italienischen Vaters und einer Schweizer Mutter bereits in der zweiten Klasse die Bibliothek entdeckt, und das war ein Glück. Dieses frühe Lesen hat mich rückblickend stark geprägt und mir viele Türen geöffnet.

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