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Mit «Flügeli», doch fehlt das Ei.© Nicole Pfister
Dampfzentrale, Bern

Paartanz der Pinguininnen

Das Stück «Nicht alle Eltern sind Pinguine» sorgt am Festival «Kicks!» sowohl für lustige wie für berührende Momente. Zwei Pinguininnen wünschen sich Nachwuchs.

Billie und Joe sind zwei Pinguininnen, die es eigentlich ganz lustig haben: Sie plantschen in ihrem Becken, fischen und machen ab und zu ein bisschen Show für die Zoobesucher. Nur ein Herzenswunsch scheint den offensichtlich ineinander verliebten verwehrt zu bleiben: Die Elternschaft. Das Stück «Nicht alle Eltern sind Pinguine» stammt aus der Feder der 34-jährigen Autorin und Regisseurin Aude Bourrier. 2015 gründete sie in Genf die auf Kindertheater spezialisierte Cie Pierre Caillou. Sie selbst lebt in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung und ist vor kurzem Mutter eines kleinen Jungen geworden. Der eigene Kinderwunsch sowie eine wahre Begebenheit rund um ein schwules Pinguinpaar inspirierten sie zum Stück: Roy und Silo versuchten Ende der 1980er-Jahre im New Yorker Central Park Zoo einen Stein auszubrüten. Aufmerksame Tierpfleger gaben den beiden ein richtiges Ei, worauf diese Eltern wurden und einen Medien­hype auslösten. Bourrier wollte diese Geschichte, die bereits als Kinderbuch existiert, unbedingt auf die Bühne bringen und lässt die Pinguine zu Pinguininnen werden, beziehungsweise von Frauen darstellen.

Zoodirektorin und Chansons

Nun kann Bourrier ihr Stück am Festival «Kicks!» zeigen. Das «Performing Arts Festival für ein junges Publikum» zeigt insgesamt fünf Tanz- und Theaterproduktionen und ist eine Koproduktion des Schlachthaus Theater und der Dampfzentrale. Bourriers Stück eignet sich für Kinder ab vier Jahren und wird in Bern in einer deutschen Fassung gespielt. «Die eigens dafür geschriebenen Chansons reissen die Kinder mit», sagt sie. Über einen Lautsprecher vernimmt man die Stimme einer Zoodirektorin, die das Geschehen kommentiert. Billie und Joe – bewusst mit geschlechtsneutralen Namen – finden schliesslich einen Ball in Eiform und beginnen diesen vergeblich auszubrüten. «Nicht alle Eltern sind Pinguine» ist ein Plädoyer für die Vielfalt und stellt die Frage, was Familie alles sein kann. Bei Menschen wie Pinguinen gilt: Nur die Liebe zählt.

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