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«Mortina» will raus aus der Villa. © Sepp de Vries
Schlachthaus Theater, Bern 
/ Tojo Theater, Bern

Ein Zombiekind will spielen

Gleich zwei Stücke für Kinder beschäftigen sich zurzeit 
mit Jenseitigem: «Mortina» im Schlachthaus Theater und «Unter Drachen» im Tojo Theater verhandeln die Vergänglichkeit.

Bald ist Halloween und die Untoten gehen um. Zombies sind aber auch jenseits von diesem ursprünglich irischen Brauchtum, an dem man sich gruselig verkleidet, im Trend. Zahlreiche Serien handeln von den Wiedergänger*innen. «Auch Kinder sind von Zombies fasziniert», weiss Regisseurin Christine Faissler. In Co-Regie mit Susanne Vonarburg und gemeinsam mit dem Ensemble hat sie sich vom Kinderbuch «Mortina – Ein Mädchen voller Überraschungen» inspirieren lassen. Im Stück «Mortina / Untot – na und?» für Kinder ab 7 Jahren gibt es zwei strikt getrennte Welten. Die Welt von Mortina, dem Zombiemädchen, besteht aus einer alten Villa, in der es mit seiner traditionsbewussten Tante und einem alten Hund lebt. Und dann gibt es die Aussenwelt, mit der Mortina in Kontakt treten will. 

Knochen und Kleider

Das Stück kommt nun auf die Bühne des Schlachthaus Theaters und ist eine Zusammenarbeit mit dem Theater Stadelhofen und dem Theater Fallalpha. Das Erzähltheater lädt in Mortinas Villa. Gespielt wird für ein intimes Publikum von rund vierzig Zuschauer*innen. Diese wechseln im Laufe des Spieles ihren Platz und erhalten so mal Einblick ins Boudoir von Mortinas Tante, mal ins Schlafzimmer mit Bett und Puppe.

Vorangetrieben wird die Handlung durch die Erzähler*innen Stephan Eberhard, Janna Mohr und Dominic Röthlisberger. Diese hauchen verschiedenen Objekten Leben ein. Mortina selbst wird dabei nie ganz fassbar. «Sie wechselt viermal den Körper, wird mal aus Kleidern und Knochen zusammengesetzt oder von einer Schauspielerin verkörpert, die aber wiederum auf eine Puppe zugreift, um Mortina zu spielen», so Faissler. So bliebe das eigentliche Wesen dieses Mädchens der Fantasie der Kinder überlassen. An Halloween gelingt es der einsamen Mortina schliesslich, mit den anderen Kindern zu spielen. Dank den Grusel-Kostümen, die alle Kinder tragen, bleibt sie als echtes Zombiekind unerkannt. Der Musiker Dominic Röthlisberger steht auf der Bühne und untermalt das Geschehen live, wobei er auch mal als Erzähler agiert. Etwa, als drei Erwachsene sich an ihr schönstes Halloweenkostüm aus der Kindheit erinnern: Ein Werwolf, eine Vampirprinzessin und eine Hexe tauchen aus der Vergangenheit auf.

Superheldin der Erinnerung

Auch in der Stückentwicklung «Unter Drachen» der Jungen Bühne Bern in Koproduktion mit dem Jungen Nationaltheater Mannheim spielen Erinnerungen und der Tod eine wichtige Rolle.

Die Inszenierung, die sich an Kinder ab 8 Jahren richtet, basiert auf einem Text von Hanna Röhrich. Unter der Regie von Patricija Bronic wird die Geschichte rund um Ira, ein Mädchen, das gerade seinen geliebten Grossvater verloren hat, erzählt. Es hat sich einen Erinnerungsspielplatz gebaut, einen Raum für Gefühle. Gemeinsam mit dem Publikum taucht Ira in gemeinsame Erlebnisse ein und mutiert schliesslich zwischen Marillenschnaps, Öllampen und Schneckenkacke zur Superheldin.

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