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Stereo Luchs hat auf seinem neuen Album «Lince» eine Hymne auf das entspannte Bestehen im Musikzirkus geschrieben.© Mirjam Wirz
Cafe Bar Mokka, Thun

In Liebe gefallen

Der Zürcher Sänger und Produzent Silvio Brunner ist als Stereo Luchs mit klassischem Dancehall bekannt geworden. Auf dem zweiten Studioalbum «Lince» transportiert er das Genre ins Jetzt. Er spielt gemeinsam mit The Scrucialists am Mokka ausser Haus Event.

«Geht das alles über einen simplen Dancehallbeat?» Das war eine der Fragen, die sich Silvio Brunner gestellt hat. Weil er älter geworden sei, «weniger im Ausgang war, eine Krise hatte», wie der 36-Jährige am Telefon erzählt. Aus sinistren Zuständen heraus also, in einer Wohnung im 26. Stock, hat das Album «Lince» (italienisch für «Luchs») seine Anfänge genommen.

Entstanden ist eine zurückgelehnt getaktete, warm federnde Mischung aus den aktuellsten Musikstilen: Dancehall, Afrobeat, Trap, R'n'B. «Es ist kein lautes Album», sagt der Mann mit der angenehmen Sprechstimme, die er für «Lince» mit Autotune, sogenannt automatischer Tonhöhenkorrektur, verändert hat. Dass er dafür Kritik ernten könnte, wusste er natürlich. So singt er «Scheiss Autotune» im Lied «Träne ufem Tanzbode», das eine vortreffliche Hymne auf das entspannte Bestehen im Musikzirkus ist.

In guter Gesellschaft

Er weiss, wovon er spricht, denn er mischt schon eine Weile mit: Im Jahr 2013 hat er unter seinem Label Pegel Pegel das Album «Stepp usem Reservat» veröffentlicht. Das Liebeslied «Dame» wurde ein Hit. 2007 hat er das Album «Stylegenerator» veröffentlicht, ein Zusammenspann mit dem Genrekollegen und guten Freund Phenomden. Stereo Luchs war als DJ unterwegs und hat mit The Scrucialists, einer der erfolgreichsten Reggaebands der Schweiz, kollaboriert. 

«Lince» ist eine pompöse Studioproduktion mit Rückendeckung von Universal. Mitproduziert hat das Kreativkollektiv Kitschkrieg aus Berlin, bei dem auch das deutsche Dancehall-Urgestein Trettmann mittut. «Für ‹Lince› habe ich einen zeitgemässen Sound gesucht», erklärt Stereo Luchs.

Den hat er gefunden. Nebst seinem elastischen Umgang mit Genres hat er auch gleich das Mundartterrain ausgeweitet. So übersetzt er in «Sie seit» eigenwillig aus dem Englischen: «Und i ha all dene vorher gseit: Du wotsch nid in Liebi gheie mit mir.»

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