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Legende: Das DJ-Kollektiv Queer Underground Movement macht sich stark gegen Sexismus, Homo- und Transphobie – und für tanzbaren Sound.© ZVG
Kapitel, Bern

Die heimische Disco

Wegen der fast ausschliesslich hochstehenden Sound­qualität laden Livestreams von elektronischer Musik zum Tanz durch die Stube und verschaffen eine kleine Linderung des Ausgangsschmerzes. Das Kapitel Bollwerk schaltet live, wenn lokale DJs im leeren Club auflegen.

Die sozialen Medien werden momentan regelrecht überschwemmt von Streams – Autorinnen lesen in ihren Küchen, Poetry-Slammer schalten eine Impro-Session auf und gehen dabei auf die Kommentare des Publikums ein, Musikschaffende streamen aus dem Proberaum. Man fiebert mit bei technischen Problemen, denn qualitativ sind die Videos nicht immer befriedigend. Doch genau wegen diesem Mitfieber-Gedanken, dem Wissen, dass die Person auf der anderen Seite des Bildschirms nun genau in diesem Moment eben das tut, was man sieht, vermag dem fahlen Lockdown-Alltag einige Farbkleckse zu verpassen.

Aus dem Geisterclub

Ein sehr wohltuendes und – zumindest was die Sound-Übertragung betrifft – qualitativ hochwertiges Erlebnis für Menschen auf Ausgeh-Entzug sind Livestreams von DJs, am besten direkt aus dem geschlossenen Club in die heimische Stube ge­beamt. Das Onlineportal für elektronische Musik und Clubkultur «Unsere Beweggründe» (UBWG) schaltet unter dem Titel «Club Dihei» mehrmals pro Woche Videostreams auf, in denen DJs aus der ganzen Schweiz auflegen. Über diese Plattform sendet auch das Berner Kapitel Bollwerk regelmässig Liveschaltungen direkt aus dem Club: Letztes Wochenende während rund zehn Stunden das Kapitel «No Oster-Special» mit acht Berner DJs. Der Funke sprang über, die Stimmung lud zum Tanz durch die Stube. Dank der Kommentarfunktion konnte sogar mit den Menschen hinter den Decks in Verbindung getreten werden. Die nächsten Termine im Kapitel sind der Album­release von Kellerkind und eine Übertragung von «Queer Under­ground Movement» (QUM), einer Abspaltung der LGBTQ+-freundlichen Reihe «Baro­meter» des Frauenraums.

Fernab des Mainstreams

Ein anderes Mammutprojekt, mit dem die Schweizer Electronica-Welt während der Coronakrise von sich reden macht, heisst «Make Some Room». Auf der Plattform Club­CultureCH versammelt das Projekt 131 Stücke von 150 Musikschaffenden, die auf verschiedenen Plattformen zum Stream und Kauf angeboten werden. Dort tummelt sich viel Musik fernab des Mainstreams, aus Berner Reihen sind unter anderem die Soundtüftler und Experimentalisten Gray Chalk und Marco Repetto vertreten.

Stream «QUM»: Do., 16.4., 20 Uhr
Stream «Kellerkind Release»: 24.4., 21 Uhr

www.kapitel.ch
www.covid19.clubculture.ch
www.ubwg.ch/club-dihei

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