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Sandra Rentsch spielt Annemareili. © Patrick Pfeiffer
Rüttihubelbad, Walkringen

Vom Materialismus geleitet

Wenn Geld bis in die Liebe vordringt: Die Emmentaler Liebhaberbühne zeigt eine Dialektfassung von Gotthelfs Roman «Geld und Geist» von 1844.

Auf dem Hof Dorngrüt ist die Umgangsart ruppig, das Geld knapp und es herrscht «nüt weder Ufride». Sie sind «di Wüeschtischte u Schtouzischte, so wyt me ma luege. Numen ihri Tochter isch angersch, die gönnt de arme Lüt öppe no nes Brösmeli». Dieses Annemareili hat sich beim Tanzen in den Resli verliebt. Doch ist sie dem alten Wittwer «Chäuerjoggi mit syne Ouge, wo tropfe wi ne aute

Wyhane» versprochen. Resli kommt vom Liebiwil-Hof, dort ist man umsichtig mit Armen, grosszügig und löst Konflikte um «verplööterlets» und «verliederligets» Geld mit einem Gang in die Pfingstmesse. Auch wird mit Bedacht nach einer guten Partie für ihn, den Hoferben, gesucht. Die Familie ist bereit, viele Kompromisse einzugehen, sodass Resli das Mareili von Dorngrütter heiraten darf. Doch ihr Vater feilscht hart, um den Preis für Mareili in die Höhe zu treiben. Mareili wird wie Vieh an den Meistbietenden verhöckert.

Bis heute gültig

Der Regisseur und künstlerische Leiter Ulrich Eggimann inszeniert den Roman «Geld und Geist» von Jeremias Gotthelf für die seit 1960 bestehende Emmentaler Liebhaberbühne in einer Dialektfassung von Rudolf Stalder. In der Liebesgeschichte spiegle sich eine der Hauptaussagen Gotthelfs, sagt er: «Die Menschheit lässt sich seit jeher, und heute vielleicht mehr denn je, vom Materialismus leiten.»

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