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Stefan Kägi bringt in «Uncanny Valley» das Innerste hervor aus dem Roboterkopf.© Gabriela Neeb

Verbindung und Nähe herstellen

«Stepping Out» – nach draussen treten und sich öffnen für Begegnungen – so lautet das Motto des Theaterfestival auawirleben, das eine Beratungshotline eingerichtet hat. Wir haben angerufen und nachgefragt, was Theater aktuell darf.

Sind wir die ersten, die anrufen?
Nein, es klingelt immer mal wieder.

Welche Frage wird am häufigsten gestellt?
«Welche Produktion würdest Du mir persönlich empfehlen?» Wir hatten eigentlich mehr coronabezogene Fragen erwartet.

Welche ausländischen Gruppen können kommen?
Alle! Niemand wollte oder konnte nicht. Einige nehmen eine Rückkehr-Quarantäne in Kauf, aber alle «plangen» nach Auftritten, teils ist es zum ersten Mal seit März 2020 so weit.

Wie steht es ums Mitmach-Theater während Corona?
Mitmachen auf der Bühne liegt nicht drin, aber Eins-zu-eins-Performances gibts etliche. Die werden gut gebucht. Die Sicherheit ist gross, dennoch erfährt man Nähe, die momentan so fehlt. Der Fokus liegt auf dem Erzählen und der persönlichen Begegnung. Man kommt sich nah, wenn auch nicht zwingend körperlich. «As Far As My Fingertips Take Me» etwa erzählt eine Flüchtlingsgeschichte mit Fingerspitzen- und Armkontakt und zeichnerisch.

Welche Show kann stehend besucht werden?
Im Festivalzentrum gibts eine Ausstellung mit Cartoons des Berners Ueli Johner und Illustrationen der Künstlerin Jess Thom, die vor zwei Jahren mit einem Stück zum Tourettesyndrom in Bern war.

Kriege ich im Festivalzentrum ein Getränk?
Nein, auch kein Essen – dafür Expert*innen-Gespräche mit den Gruppen. In der Grossen Halle gibt’s Livemusik.

Schon lange nicht mehr gut gelacht – 
wo kann man das?
«Cow is a Cow is a Cow» von Abhishek Thapar thematisiert mit Humor und Ironie das Thema der in Indien heiligen Kuh. «KillJoy Quiz» von Luanda Casella wiederum fragt, wie man zur feministischen Spielverderberin wird.

Welches Stück rührt zu Tränen?
«Future Lovers» von La tristura: Nicht unbedingt aus Trauer, aber aus Nostalgie. Es lässt einen zurückschweifen in die Jugend, die Zeit des Aufbruchs und der grossen Gefühle.

Stücke streamen, geht das?
Das Live-Theater-Game «Home­coming» von machina eX ist unser einziges digitales Angebot. Da spielt man per Telegram-App mit.

Und die Spielverderber-Frage: Habt ihr einen Plan C, falls die erneute Schliessung der Theater käme?
Nein. Alles umstellen ist so kurz vor dem Festival nicht mehr möglich.

Schlachthaus Theater, 
Dampfzentrale, Tojo Theater und Grosse Halle der Reitschule, Bern
Do., 5., bis 16.5.
Hotline: 031 318 62 16
 (Mo., bis Do., 12.30 bis 17 Uhr)
www.auawirleben.ch

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