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Tabita (Mia Lüscher) lässt die vier Rentner sich noch einmal lebendig fühlen. © Michael Meier
Schloss Jegenstorf

Unruhestand unter freiem Himmel

An der diesjährigen Ausgabe der Schlossspiele Jegenstorf tun sich vier Rentner und eine junge Frau für einen wag­halsigen Plan zusammen. Das Stück «Der Grosse Coup» verwandelt das Schloss für einmal in ein Altersheim.

 Bridge spielen, fernsehen, dösen und in eleganter Umgebung auf das eigene Ende warten: So könnten die Pensionäre Peter (Ali Achermann), Ueli (Charles Hirschi), Fred (Ruedi Schütz) und Martin (Kuno Jaeggi) ihren Lebensabend in der «Altersresidenz Schloss Jegenstorf» verbringen. Leider wird es den vier Freunden in den ehrwürdigen Gemäuern bald langweilig, und schöneres Wetter wünschen sie sich auch. Ein grosszügiges Haus in Südfrankreich, das wäre schon eher ihr Stil. Ein Glück, bekommen die alten Herren plötzlich Besuch von Tabita (Mia Lüscher), der Enkelin von Martin. Tabita ist seit Kurzem Single, möchte die Schweiz ebenfalls verlassen und hat eine wagemutige Idee, wie sie gemeinsam mit Peter, Ueli, Fred und Martin das nötige Kapital für eine Flucht in den Süden aufbringen könnte. Der Plan mag nicht unbedingt von Erfolg gekrönt sein, aber eines ist sicher: Er hilft den Rentnern, sich noch einmal richtig lebendig zu fühlen.

Historisches Haus, moderner Stoff

Geschrieben wurde «Der Grosse Coup» vom Berner Theaterautor und Leiter des Theaters an der Effingerstrasse Markus Keller, Regie führte Reto Lang vom Stadttheater Langen­thal. Das Stück bringt bewusst Bühnenprofis wie das Jungtalent Mia Lüscher mit Laienschauspielenden zusammen, die natürlich in diesem Fall alle auch mit einem Rollator unterwegs sein können, wenn es denn nötig ist.

«Der Grosse Coup» ist die achte Freilichtspiel-Produktion, die die Schlos­sspiele Jegenstorf in der imposanten Kulisse an der Südwestseite des Hauses zeigen. Hatte das Schloss bisher oft für historisch inspirierte Stoffe hergehalten, ist das diesjährige Stück modern und befasst sich auf humorvolle Art mit einem immer dringender werdenden gesellschaftlichen Problem. Nämlich der Frage, wie wir denn leben wollen, wenn wir nicht mehr alles für uns selbst tun können. Hätten wir alle die Wahl zwischen einem Schloss und einer Villa in Südfrankreich, wäre das kein schlechter Anfang, und sicher kein schlechtes Ende.

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