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Mirjam Fässler gibt ihrer Stimme innerlich viel Raum zum Schwingen.© Victor Marin Roman
Kirche Sigriswil und Französische Kirche Bern

Sie mag Hosenrollen und «Headbangen»

Mirjam Fässler liebt es, schelmischen Jünglingen oder Bizets Carmen Leben einzusingen. In der Freizeit hört sie auch Hardrock-Musik. Zu erleben ist die Mezzosopranistin in der Inszenierung der Opernwerkstatt, die heuer ihr 30-Jähriges feiert.

Mirjam Fässler, wie formen Sie den Klang Ihrer Stimme?
Ich wende verschiedene Techniken an, doch seit einer Weile steht bei mir die Devise des «ökonomischen Singens» im Vordergrund. Im Sinne dieser Praxis wird nirgendwo Druck ausgeübt, und die Töne «stosse» ich nicht aktiv aus, dafür gebe ich ihnen innerlich viel Raum zum Schwingen. Das fühlt sich für mich unbeschreiblich schön und natürlich an.

Die Natur gab Ihnen eine Mezzosopran-Stimme. Liebäugeln Sie nicht manchmal mit Sopranpartien?
Als Teenager war ich schon etwas traurig, dass ich etwa die «Königin der Nacht» nicht singen kann. Aber heute fühle ich mich genau am richtigen Platz. Denn die Rollen, die es für mich als lyrische bis leicht dramatische Mezzo gibt, finde ich sogar spannender: von den schelmischen Jünglingen über die bodenständigen Hosenrollen in Strauss-Opern zu den starken, aber tragischen Frauenfiguren wie Carmen bei Bizet oder Charlotte bei Massenet.

Sie treten auch in Operetten und Musicals auf oder geben – wie kürzlich – einen Chansons-Abend. Wie kriegen Sie das stimmtechnisch hin?
Ich merke: Je stabiler meine Opern-Technik wird, desto besser gelingt mir der Wechsel. In jedem Genre berücksichtige ich die jeweiligen stilistischen Erfordernisse – und doch behalte ich das Fundament meiner klassischen Ausbildung bei. Das brauche ich nicht zu leugnen oder zu verstecken.

Auf Ihrem Instagram-Profil steht neben «Operasinger» auch «Guitarist». Wie viel Platz hat die Gitarre noch in Ihrem Leben?
Zurzeit steht sie schon an zweiter Stelle, aber gleichwohl versuche ich regelmässig dranzubleiben; einerseits, weil es mir Spass macht, andererseits, um fingertechnisch fit zu bleiben. Schliesslich ist es mehr als nur ein Hobby – während und nach dem Studium in Gitarrenpädagogik unterrichtete ich privat und an einer Musikschule. Meine Gitarre ist und bleibt mein Baby. Ich nehme sie noch immer fast überall hin mit.

Was halten Sie von E-Gitarren?
Ich finde den Sound sehr cool, und ich habe mehrere Jahre eine gespielt. Entsprechend gefällt mir gitarrenlastige Progressive- und Hardrock-Musik. Meine absolute Lieblingsband sind die schwedischen «Pain of Salvation». Mit Tanzen im Studio oder «Headbangen» an Live-Rock-Konzerten kann ich wunderbar abschalten.

Mit welchen Methoden gelingt es Ihnen, nach einem eigenen, abendlichen Auftritt in den Schlafmodus zu finden?
Mit dem Ensemble nach der Vorstellung was trinken und essen zu gehen, hilft schon viel. Aber wenn ich zu Hause bin, dann muss ich noch einen Krimi schauen. Am liebsten einen britischen – «Miss Marple» oder «Lewis». Dabei muss es eine Episode sein, die ich eh schon kenne, denn nur so gelingt das Einschlafen.

Das Festival der jungen Stimmen
Seit nunmehr 30 Jahren lädt die künstlerische Gesamtleiterin der Internationalen Opernwerkstatt, Verena Keller, junge Gesangstalente aus dem In- und Ausland ein, um in Sigriswil während zehn Tagen eine szenische Operncollage einzustudieren. Für das dramaturgische Bühnenkonzept zeichnet dieses Jahr der deutsche Regisseur Andreas Kriegenburg verantwortlich, als musikalischer Leiter agiert der deutsche Dirigent Roland Böer.

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