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Jardena Flückiger als Julia und Jan-Martin Mächler als fremder Verehrer. © Simon Schwab
Moosegg, Emmenmatt

«Seid nett zum Techniker»

Die Freilichtspiele Moosegg zeigen unter der Regie von Simon Burkhalter die Operette «Der Vetter aus Dingsda». Die Kostüm­bildnerin und der Techniker erzählen, wo ihre grössten Fallen liegen und ohne was sie nicht ans Set gehen.

Bereits viele Monate vor der heissen Probephase beginnt die Arbeit an den Freilichtspielen Moosegg nicht nur für Regie, Dramaturgie oder Musik, sondern auch für die Kostümbildnerin Renate Tschabold: «Die meisten Kostüme und den Haarschmuck für den ‹Vetter› – mein drittes Freilichttheater – habe ich selbst gemacht. Der Rest ist vom Flohmarkt oder Verleih. Zur visuellen Inspiration sind Kostümfilme immer super, aber auch Bücher, zum Beispiel aus dem Victoria and Albert Museum in London. Meine grösste Sorge ist das Wetter, vor allem Kälte. Die Sängerinnen dürfen ja nicht frieren und sollen trotzdem zart wirken in ihren 20er-Jahre-Kleidern aus Chiffon, Seide und Paillette. Bei der Wahl der Schuhe muss ich zudem die Bodenbeschaffenheit beachten. High Heels sind da nicht so geeignet. Letztes Jahr fielen der Hexe in einer Probe die Absätze ab, worauf ein Komparse zum Schuhmacher rannte. Am Set nicht fehlen darf mein Stecknadelkissen.»

Die wunderbarsten Kostüme haben keinen Effekt, wenn sie im Dunkeln bleiben, wie der Ton- und Lichttechniker Beat Sommer weiss: «Einmal sagte der Regisseur allen Anwesenden, dass sie immer nett mit dem Techniker umgehen sollen, weil sie ansonsten im Finstern spielen würden. Natürlich spiele ich aber meine Macht nicht aus. Der ‹Vetter› ist mein 15. Freilichttheater. Ich schaue, dass auch Sänger ohne Mikrofon zum Live-Klavierspiel gut zu hören sind, oder dass die Technik auch bei Regen funktioniert. Installation, Stecker und Verbindungen sind mit Plastik und wasserfestem Spray geschützt. Falls es doch zu einem Stromausfall kommt, suche ich schnell die Schadstelle. Mein Technikhäuschen betrete ich nie ohne Taschenlampe, Zigis (für die Pause), Smartphone (ich spiele vor der Show immer ein Jass), Eistee und Isländisch-Moos-Täfeli.»

 

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