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Papageno sei ernst und komisch zugleich, sagt Jonathan McGovern. © Caspar Martig
Stadttheater Bern

Papageno, der Naturmensch

Der Bariton Jonathan McGovern tritt in «Die Zauberflöte» im Stadttheater als Papageno auf. Der Brite erklärt, was ihm an der Figur gefällt.
Er ist halb Mensch und halb Vogel, liebt Wein, Weib und Gesang. Der Vogelfänger Papageno aus Mozarts Oper «Die Zauberflöte» ist die vielleicht beliebteste Figur des 1791 uraufgeführten Singspiels. Der 36-jährige Bariton Jonathan McGovern schlüpft im Stadttheater in die Rolle des Vogelmanns. Die Inszenierung haben Bühnen Bern vom Stadttheater Klagenfurt übernommen. «Papageno schwankt zwischen ernsten, innigen Gefühlen und dem Komischen», so der Brite, der unter anderem an der Royal Academy of Music in London studiert hat. Gar todessehnsüchtig sei der scheinbar unbeschwerte Leichtfuss, nämlich, als er sich besonders einsam fühle. Das ist aber kurz bevor er Papagena begegnet und die beiden ihr berühmtes Duett – Pa, pa, pa – anstimmen.

Klassisch im Federkleid

McGovern stand auch schon als Don Giovanni oder als Pelléas auf den Bühnen dieser Welt. Zu seiner ersten Papageno-Rolle kam er bereits 2017 in Hamburg. Der zuständige Intendant habe ihn gefragt: «Wie gut ist dein Deutsch?» 
McGovern hatte die Sprache zum Glück an der Schule gelernt und bekam den Part. «Ich hatte eine sehr engagierte Deutschlehrerin, die mich mit Gedichten von Schubert und Schumann versorgte.» Während man beim Papageno in der Inszenierung von Nigel Lowery am 
Berner Stadttheater von 2014 die Federn vermisste, gibt es nun Entwarnung. «Ich bin ganz klassisch mit Federkleid, einer Flöte und einem Glockenspiel ausgestattet», verrät McGovern. Ansonsten sei die Ausstattung eher minimalistisch mit einer Bühne in Pastell-
tönen. An Papageno gefalle ihm dessen Ehrlichkeit. «Er sagt, was er will, ist ein Naturmensch, der sich mit Schlaf, Speise und Trank begnügt.» Und natürlich suche er die Liebe. Es falle den Zuschauer*innen leicht, mit dieser Figur mitzufühlen. McGovern ist seit Juli in Bern. Er liebt die Stadt und als Naturmensch, der auch er sei, insbesondere das Aareschwimmen. «I love it.»

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