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Ihre Sicht der Dinge: Mélanie Carrel verkörpert Medea.© Nick Schneeberger
Kunst- und Kulturhaus Visavis, Bern

Medeas Update

Eine Frau, die aus Rache tötet: Medea ist eine der meistverhandelten Frauenfiguren der griechischen Mythologie. Die junge Berner Regisseurin Nora Steiner bringt mit ihrem Ensemble «Edith. Theateremulsion» im Visavis eine konsequente, moderne Version auf die Bühne.

Als Iason sie verlässt, um eine andere Frau zu heiraten, brennen bei Medea die Sicherungen durch: Sie ermordet den Vater der Braut, diese selbst und ihre eigenen zwei Söhne. Dann flieht sie nach Athen und heiratet dort den König. «Medea» ist eine der berühmtesten Geschichten der griechischen Mythologie. Sie hat Stoff geboten für etliche künstlerische Adaptionen. Dass Medea darin oft nur passiv verhandelt wird, ist Nora Steiner im Rahmen einer Arbeit für ihr Theaterwissenschaftsstudium aufgefallen.

Monolog einer Straffälligen

Die junge Autorin und Regisseurin schöpfte daraus die Idee, Medea selbst zu Wort kommen zu lassen – in voller Konsequenz. Denn die Schauspielerin Mélanie Carrel, die Medea verkörpert, wird in der Produktion des Kollektivs «Edith. Theateremulsion» allein auf der Bühne stehen. Und erhält somit die volle Aufmerksamkeit, um ihre Sicht der Dinge darzustellen.

Dass Nora Steiner ein Flair für das Modernisieren altbekannter Geschichten hat, bewies sie letztes Jahr im Visavis mit «Sommernachtsträumer*innen», ihrer Interpretation von Shakespeares «Der Sommernachtstraum». Darin musste sich ein Ensemble, vom Regisseur verlassen, selbst zu helfen wissen und sah sich konfrontiert mit Wertvorstellungen rund um Schönheitsideale und Patriarchat.

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