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Was ist schon normal?© ZVG
Brückenpfeiler, Bern

Kopfstand

Von einem, der auszog, seinen Verstand wieder zu finden: Die Junge Bühne Bern bringt Georg Büchners wundersame Erzählung «Lenz» auf die Bühne.

«Er ging gleichgültig weiter, es lag ihm nichts am Weg, bald auf-, bald abwärts. Müdigkeit spürte er keine, nur war es ihm manchmal unangenehm, dass er nicht auf dem Kopf gehn konnte.» Schon in den ersten Sätzen von Georg Büchners Erzählung «Lenz» wird tief eingetaucht in die Gedankenwelt des eigensinnigen und faszinierenden Protagonisten. Die Theatergruppe U26 der Jungen Bühne Bern bringt den Text frei interpretiert unter der Regie von Christoph Hebing und Marcel Leemann auf die Bühne. Dabei fragen sich die jungen Spielerinnen und Spieler: Was ist schon normal?

Büchner schrieb die 1839 erstmals veröffentlichte Novelle basierend auf Notizen über eine Reise ins Elsass, die der Sturm-und-Drang-Schriftsteller Jakob Michael Reinhold Lenz unternahm. Lenz litt an paranoider Schizophrenie und erhoffte sich Heilung vom Besuch bei einem Pfarrer. Büchner gelingt es meisterhaft und in einer unglaublich modernen Sprache, den Geisteszustand der Hauptfigur zu beschreiben. «Als jage der Wahnsinn auf Rossen hinter ihm» – der Text liest sich wie im Fieberwahn.

 

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