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Für die Berner Bühnenfassung von Christian Krachts «Die Toten» drehte das Ensemble (im Bild Irina Wrona) Szenen in Japan.© Konzert Theater Bern
Vidmar 1, Liebefeld / Kino Rex, Bern

Kolonialismus im Kino

Claudia Meyer inszeniert mit «Die Toten» von Christian Kracht ein Werk über den Kulturkampf der 30er-Jahre, der im Kino zwischen Stumm- und Tonfilm ausgetragen wird.

Veranstaltungsdaten

SA 24.02.2018 19.30
FR 09.03.2018 19.30
DI 13.03.2018 19.30
SA 17.03.2018 19.30

Film und Theater vermischen sich zunehmend. Bei der Adaption von Christian Krachts Roman «Die Toten» (2016) für die Theaterbühne bietet sich aber noch viel mehr Stoff zur Durchmischung der beiden Medien an. Kracht thematisiert Kino als Mittel des Kulturkampfs, den der japanische Kulturbeamte Amakasu Masahiko gegen die Traumfabrik Hollywood ausfechten will, in welcher der Stummfilm nicht mehr tonangebend ist. Mithilfe der deutschen Filmindustrie, die schon Fritz Lang an Hollywood verloren hat, soll das gelingen. NSDAP-Medienmogul Alfred Hugenberg, Vorgänger von Goebbels, schickt darum den Schweizer Regisseur Emil Nägeli nach Japan, mit irrsinnig viel Fördergeldern. Denn Kino sei «Krieg mit anderen Mitteln», darum müsse man «den Erdball überziehen mit deutschen Filmen, kolonialisieren mit Zelluloid». Ob Komödie, Gruselfilm oder das avantgardistische und stumme Bildgewackel, das Nägeli am Ende abliefert, ist einerlei. Es geht um die Deutungshoheit über die Bilder – und bei Kracht ums Überleben.

Sprache in Slow Motion

Doch es wäre kein Kracht-Roman, wenn die Thematik nicht anderweitig aufgegriffen würde: Die filmische ­Ästhetik schlägt sich in der Sprache nieder. Diese ist artifiziell, zoomt wie eine Kamera auf Details oder manipuliert den Erzählfluss wie die Slow Motion. Der Aufbau orientiert sich an der Dramaturgie des traditionellen japanischen Nō-Theaters. Japanische Filmgeschichte durchdringt dabei den Text.

Diese Mischung ist eine Steilvorlage für Regisseurin Claudia Meyer, deren Inszenierungen oft textlastig, anspielungsreich und symbolgeladen sind. Am Konzert Theater Bern hat sie etwa den thematisch sperrigen Bärfuss-Text «Die Reise von Edith und Klaus ...» oder Jelineks wuchtige Anklage «Die Schutzbefohlenen» inszeniert. Für «Die Toten» hat sie die Szenen, die in Japan spielen, mit der Berner Besetzung an den Originalschauplätzen gefilmt.

Das Kino Rex bietet zudem eine «Filmreise durch den Roman». So spannt sich eine «zelluloidene Achse», wie sie Hugenberg vorschwebte, durch Bern.

Events zu diesem Artikel

Bühne

Die Toten

Uraufführung Berlin, 1933. Der Berner Filmregisseur Emil Nägeli versucht, einen Gruselfilm zu finanzieren – es soll eine Allegorie auf das kommende Grauen in Europa werden. Auf der anderen Seite der Welt arbeitet der japanische Kulturbeamte Masahiko Amakasu an der Neuerfindung des japanischen Films, auf dass der Bedrohung durch den US-amerikanischen Kulturimperialismus Einhalt geboten werde. Die gewünschten deutschen Filmgrössen wie Lang oder Murnau sind schon an Hollywood verloren; nach Japan locken kann er nur den unbekannten Schweizer Filmemacher Nägeli – mit grosszügiger finanzieller Unterstützung durch das nationalsozialistische Deutschland. Diese Zusammenarbeit wird zu einem Parforceritt durch die frühe Filmindustrie des 20. Jahrhunderts, illustriert durch Auftritte von Figuren wie dem NSDAP-Medienmogul Alfred Hugenberg, dem Nazi-Vorzeigeschauspieler Heinz Rühmann oder gar Charlie Chaplin.Christian Kracht ist mit Die Toten eine grossartige Hommage an die Ära des Stummfilms gelungen, für die er 2016 mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde. Inszenieren wird Claudia Meyer, die bereits mit Arbeiten wie Weibsteufel oder Die Reise von Klaus und Edith unter Beweis gestellt hat, wie sehr sich filmische Erzählweise und Theater auf der Bühne ergänzen. Passend zum Stück: Besuchen Sie eine Vorstellung der Filmreise durch einen Roman im Kino Rex! Pressestimmen  "Es geht ja auch um eine Dosierung der Kräfte angesichts der kolossalen Textmenge, die die vier stemmen, und sie tunes mit aller Bravour und auf eine Art, die einen bald nicht mehr loslässt." - Daniel di Falco, Der Bund, 23. Dezember 2017 "Mit ihnen denkt Meyer das literarische Vexierspiel um ein Ich in Zeiten technischer und medialer Reproduzierbarkeit für das Theater weiter. Sie tut dies so detailgenau, dass man sich auch denken könnte, der Berner Autor habe den Roman just für den neuen Berner Schauspielleiter, Cihan Inan, zu seiner späteren Bühnenvervollkommnung geschrieben." "«Die Toten» in der Zurichtung von Claudia Meyer und Malte Ubenauf zeigen: Das Ich ist ein Hirngespinst, es ist ein Artefakt. Und dies glückt in Bern so geistreich, dass sich Christian Kracht mit einer tiefen Verbeugung für die Leistung bedanken müsste."- Daniele Muscionico, NZZ, 23. Dezember 2017   "Die Inszenierung vertraut Krachts Text als Medium der Repräsentation, der Reflexion und der Ästhetik. Damit gelingt Claudia Meyer und ihrem Team eine kongeniale Übertragung von Christian Krachts Roman ins Theater." "Die Schauspieler leisten Großartiges. Doch auch das merkt man erst allmählich – was ihre Leistung noch beeindruckender macht. Ohne dass es aufgesetzt wirkt, müssen sie immer wieder zwischen Figur und Erzähler, zwischen Rolle und Stimme changieren und dürfen sich nie in einer Identität einrichten.Meyers Theateradaption wird Krachts Roman gerecht, weil sie ihm treu bleibt." - Lucas Gisi, buchjahr.ch "Die Inszenierung erreicht, was ihr angesichts von Krachts vieldiskutiertem Buch gelingen musste: Über die Handlung hinweg mit den Mitteln der Aufführung eine dem Stück innewohnende filmische Dimension hinzuzufügen. Eine Sphäre, die dem schreibenden Christian Kracht verwehrt blieb."- Yves Brechbühler, Jungfrau Zeitung          Vidmar 1, Liebefeld 24.02.2018, 19.30
Bühne

Die Toten

Uraufführung Berlin, 1933. Der Berner Filmregisseur Emil Nägeli versucht, einen Gruselfilm zu finanzieren – es soll eine Allegorie auf das kommende Grauen in Europa werden. Auf der anderen Seite der Welt arbeitet der japanische Kulturbeamte Masahiko Amakasu an der Neuerfindung des japanischen Films, auf dass der Bedrohung durch den US-amerikanischen Kulturimperialismus Einhalt geboten werde. Die gewünschten deutschen Filmgrössen wie Lang oder Murnau sind schon an Hollywood verloren; nach Japan locken kann er nur den unbekannten Schweizer Filmemacher Nägeli – mit grosszügiger finanzieller Unterstützung durch das nationalsozialistische Deutschland. Diese Zusammenarbeit wird zu einem Parforceritt durch die frühe Filmindustrie des 20. Jahrhunderts, illustriert durch Auftritte von Figuren wie dem NSDAP-Medienmogul Alfred Hugenberg, dem Nazi-Vorzeigeschauspieler Heinz Rühmann oder gar Charlie Chaplin.Christian Kracht ist mit Die Toten eine grossartige Hommage an die Ära des Stummfilms gelungen, für die er 2016 mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde. Inszenieren wird Claudia Meyer, die bereits mit Arbeiten wie Weibsteufel oder Die Reise von Klaus und Edith unter Beweis gestellt hat, wie sehr sich filmische Erzählweise und Theater auf der Bühne ergänzen. Passend zum Stück: Besuchen Sie eine Vorstellung der Filmreise durch einen Roman im Kino Rex! Pressestimmen  "Es geht ja auch um eine Dosierung der Kräfte angesichts der kolossalen Textmenge, die die vier stemmen, und sie tunes mit aller Bravour und auf eine Art, die einen bald nicht mehr loslässt." - Daniel di Falco, Der Bund, 23. Dezember 2017 "Mit ihnen denkt Meyer das literarische Vexierspiel um ein Ich in Zeiten technischer und medialer Reproduzierbarkeit für das Theater weiter. Sie tut dies so detailgenau, dass man sich auch denken könnte, der Berner Autor habe den Roman just für den neuen Berner Schauspielleiter, Cihan Inan, zu seiner späteren Bühnenvervollkommnung geschrieben." "«Die Toten» in der Zurichtung von Claudia Meyer und Malte Ubenauf zeigen: Das Ich ist ein Hirngespinst, es ist ein Artefakt. Und dies glückt in Bern so geistreich, dass sich Christian Kracht mit einer tiefen Verbeugung für die Leistung bedanken müsste."- Daniele Muscionico, NZZ, 23. Dezember 2017   "Die Inszenierung vertraut Krachts Text als Medium der Repräsentation, der Reflexion und der Ästhetik. Damit gelingt Claudia Meyer und ihrem Team eine kongeniale Übertragung von Christian Krachts Roman ins Theater." "Die Schauspieler leisten Großartiges. Doch auch das merkt man erst allmählich – was ihre Leistung noch beeindruckender macht. Ohne dass es aufgesetzt wirkt, müssen sie immer wieder zwischen Figur und Erzähler, zwischen Rolle und Stimme changieren und dürfen sich nie in einer Identität einrichten.Meyers Theateradaption wird Krachts Roman gerecht, weil sie ihm treu bleibt." - Lucas Gisi, buchjahr.ch "Die Inszenierung erreicht, was ihr angesichts von Krachts vieldiskutiertem Buch gelingen musste: Über die Handlung hinweg mit den Mitteln der Aufführung eine dem Stück innewohnende filmische Dimension hinzuzufügen. Eine Sphäre, die dem schreibenden Christian Kracht verwehrt blieb."- Yves Brechbühler, Jungfrau Zeitung          Vidmar 1, Liebefeld 09.03.2018, 19.30
Bühne

Die Toten

Uraufführung Berlin, 1933. Der Berner Filmregisseur Emil Nägeli versucht, einen Gruselfilm zu finanzieren – es soll eine Allegorie auf das kommende Grauen in Europa werden. Auf der anderen Seite der Welt arbeitet der japanische Kulturbeamte Masahiko Amakasu an der Neuerfindung des japanischen Films, auf dass der Bedrohung durch den US-amerikanischen Kulturimperialismus Einhalt geboten werde. Die gewünschten deutschen Filmgrössen wie Lang oder Murnau sind schon an Hollywood verloren; nach Japan locken kann er nur den unbekannten Schweizer Filmemacher Nägeli – mit grosszügiger finanzieller Unterstützung durch das nationalsozialistische Deutschland. Diese Zusammenarbeit wird zu einem Parforceritt durch die frühe Filmindustrie des 20. Jahrhunderts, illustriert durch Auftritte von Figuren wie dem NSDAP-Medienmogul Alfred Hugenberg, dem Nazi-Vorzeigeschauspieler Heinz Rühmann oder gar Charlie Chaplin.Christian Kracht ist mit Die Toten eine grossartige Hommage an die Ära des Stummfilms gelungen, für die er 2016 mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde. Inszenieren wird Claudia Meyer, die bereits mit Arbeiten wie Weibsteufel oder Die Reise von Klaus und Edith unter Beweis gestellt hat, wie sehr sich filmische Erzählweise und Theater auf der Bühne ergänzen. Passend zum Stück: Besuchen Sie eine Vorstellung der Filmreise durch einen Roman im Kino Rex! Pressestimmen  "Es geht ja auch um eine Dosierung der Kräfte angesichts der kolossalen Textmenge, die die vier stemmen, und sie tunes mit aller Bravour und auf eine Art, die einen bald nicht mehr loslässt." - Daniel di Falco, Der Bund, 23. Dezember 2017 "Mit ihnen denkt Meyer das literarische Vexierspiel um ein Ich in Zeiten technischer und medialer Reproduzierbarkeit für das Theater weiter. Sie tut dies so detailgenau, dass man sich auch denken könnte, der Berner Autor habe den Roman just für den neuen Berner Schauspielleiter, Cihan Inan, zu seiner späteren Bühnenvervollkommnung geschrieben." "«Die Toten» in der Zurichtung von Claudia Meyer und Malte Ubenauf zeigen: Das Ich ist ein Hirngespinst, es ist ein Artefakt. Und dies glückt in Bern so geistreich, dass sich Christian Kracht mit einer tiefen Verbeugung für die Leistung bedanken müsste."- Daniele Muscionico, NZZ, 23. Dezember 2017   "Die Inszenierung vertraut Krachts Text als Medium der Repräsentation, der Reflexion und der Ästhetik. Damit gelingt Claudia Meyer und ihrem Team eine kongeniale Übertragung von Christian Krachts Roman ins Theater." "Die Schauspieler leisten Großartiges. Doch auch das merkt man erst allmählich – was ihre Leistung noch beeindruckender macht. Ohne dass es aufgesetzt wirkt, müssen sie immer wieder zwischen Figur und Erzähler, zwischen Rolle und Stimme changieren und dürfen sich nie in einer Identität einrichten.Meyers Theateradaption wird Krachts Roman gerecht, weil sie ihm treu bleibt." - Lucas Gisi, buchjahr.ch "Die Inszenierung erreicht, was ihr angesichts von Krachts vieldiskutiertem Buch gelingen musste: Über die Handlung hinweg mit den Mitteln der Aufführung eine dem Stück innewohnende filmische Dimension hinzuzufügen. Eine Sphäre, die dem schreibenden Christian Kracht verwehrt blieb."- Yves Brechbühler, Jungfrau Zeitung          Vidmar 1, Liebefeld 13.03.2018, 19.30
Bühne

Die Toten

Uraufführung Berlin, 1933. Der Berner Filmregisseur Emil Nägeli versucht, einen Gruselfilm zu finanzieren – es soll eine Allegorie auf das kommende Grauen in Europa werden. Auf der anderen Seite der Welt arbeitet der japanische Kulturbeamte Masahiko Amakasu an der Neuerfindung des japanischen Films, auf dass der Bedrohung durch den US-amerikanischen Kulturimperialismus Einhalt geboten werde. Die gewünschten deutschen Filmgrössen wie Lang oder Murnau sind schon an Hollywood verloren; nach Japan locken kann er nur den unbekannten Schweizer Filmemacher Nägeli – mit grosszügiger finanzieller Unterstützung durch das nationalsozialistische Deutschland. Diese Zusammenarbeit wird zu einem Parforceritt durch die frühe Filmindustrie des 20. Jahrhunderts, illustriert durch Auftritte von Figuren wie dem NSDAP-Medienmogul Alfred Hugenberg, dem Nazi-Vorzeigeschauspieler Heinz Rühmann oder gar Charlie Chaplin.Christian Kracht ist mit Die Toten eine grossartige Hommage an die Ära des Stummfilms gelungen, für die er 2016 mit dem Schweizer Buchpreis ausgezeichnet wurde. Inszenieren wird Claudia Meyer, die bereits mit Arbeiten wie Weibsteufel oder Die Reise von Klaus und Edith unter Beweis gestellt hat, wie sehr sich filmische Erzählweise und Theater auf der Bühne ergänzen. Passend zum Stück: Besuchen Sie eine Vorstellung der Filmreise durch einen Roman im Kino Rex! Pressestimmen  "Es geht ja auch um eine Dosierung der Kräfte angesichts der kolossalen Textmenge, die die vier stemmen, und sie tunes mit aller Bravour und auf eine Art, die einen bald nicht mehr loslässt." - Daniel di Falco, Der Bund, 23. Dezember 2017 "Mit ihnen denkt Meyer das literarische Vexierspiel um ein Ich in Zeiten technischer und medialer Reproduzierbarkeit für das Theater weiter. Sie tut dies so detailgenau, dass man sich auch denken könnte, der Berner Autor habe den Roman just für den neuen Berner Schauspielleiter, Cihan Inan, zu seiner späteren Bühnenvervollkommnung geschrieben." "«Die Toten» in der Zurichtung von Claudia Meyer und Malte Ubenauf zeigen: Das Ich ist ein Hirngespinst, es ist ein Artefakt. Und dies glückt in Bern so geistreich, dass sich Christian Kracht mit einer tiefen Verbeugung für die Leistung bedanken müsste."- Daniele Muscionico, NZZ, 23. Dezember 2017   "Die Inszenierung vertraut Krachts Text als Medium der Repräsentation, der Reflexion und der Ästhetik. Damit gelingt Claudia Meyer und ihrem Team eine kongeniale Übertragung von Christian Krachts Roman ins Theater." "Die Schauspieler leisten Großartiges. Doch auch das merkt man erst allmählich – was ihre Leistung noch beeindruckender macht. Ohne dass es aufgesetzt wirkt, müssen sie immer wieder zwischen Figur und Erzähler, zwischen Rolle und Stimme changieren und dürfen sich nie in einer Identität einrichten.Meyers Theateradaption wird Krachts Roman gerecht, weil sie ihm treu bleibt." - Lucas Gisi, buchjahr.ch "Die Inszenierung erreicht, was ihr angesichts von Krachts vieldiskutiertem Buch gelingen musste: Über die Handlung hinweg mit den Mitteln der Aufführung eine dem Stück innewohnende filmische Dimension hinzuzufügen. Eine Sphäre, die dem schreibenden Christian Kracht verwehrt blieb."- Yves Brechbühler, Jungfrau Zeitung          Vidmar 1, Liebefeld 17.03.2018, 19.30

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