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Martina Momo Kunz (Mitte) will aus der «Bubble» ausbrechen.© Claudia Popovici
Schlachthaus Theater, Bern

Klick und weg

Schmerzhaftes mit einem Klick auslöschen: Im Schlachthaus Theater erinnern sich im Stück «Schmerzfreie Gesellschaft» drei Frauen in der fernen Zukunft an jene Zeit zurück, in der sie sich ihren Gefühlen stellen mussten. In ferner Zukunft ist die Technologie soweit fortgeschritten, dass sich die Menschen alles Schmerzhafte mit einem Klick vom Leib halten und sich in eine virtuelle Realität begeben können. Im Theaterstück «Schmerzfreie Gesellschaft» stören drei Frauen aus der Vergangenheit (Martina Momo Kunz, Maya Alban-Zapata, Rahel Sternberg) diesen Raum selbsterwählter Konfliktlosigkeit. Sie erzählen von den schmerzhaften Momenten ihres Lebens, aus denen sie sich «fortklickten». Dabei erfährt man Einiges über die Charaktere und ihre Vermeidungstaktiken. Die natürliche Neigung des Menschen, Schmerzen zu vermeiden, wird dabei humorvoll und tragisch zugleich in einem Spiel mit den Realitäten auf die Spitze getrieben.

Die Bernerin Martina Momo Kunz vereint erneut performatives Erzähltheater mit viel Musik (Cello: Ambrosius Huber). Dabei fokussiert sie auf die Problematik, dass man seine eigene Komfortzone immer weniger verlässt und das Rundherum aus dem Blick zu verschwinden droht.

In der Filterblase

Kunz konzipierte das Stück für ihre Theatergruppe Les Mémoires d’Helène. Sie habe festgestellt, wie wenig sie in ihrem Alltag mit Menschen zu tun habe, die komplett anderer Meinung seien als sie. «In den Sozialen Medien leben wir in einer Filterblase, und interagieren vor allem mit Menschen mit ähnlichen Interessen und politischer Ausrichtung. So verlieren wir das Interesse am unmittelbaren Umfeld.» Dies mache manipulierbar: «Wir werden unfähig, Konflikte oder Diskussionen auszutragen und stellen uns selbst kaum noch in Frage», so Kunz.

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