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Sie: «Schöne Tag hüt. Richtig schön.» Er: «Verdammt heiss hüt.»© Benjamin Zurbriggen www.ben-zurbriggen.ch
Theater Matte, Bern

Junge Liebe im Alter

In der Schweizer Erstaufführung der deutschen Komödie «Möwe und Mozart» im Theater Matte findet sich ein ungleiches Paar: Sie geniesst das Leben, er entdeckt es neu.

Ein Spätnachmittag im Park, das geschäftige Treiben der Stadt scheint weit weg. Ein älterer Herr steuert auf eine Bank zu, merkt aber, dass diese frisch gestrichen ist. Er wendet sich zur anderen, auf der bereits eine Dame sitzt. Er: «Isch da no frei?» So, wäre nun zu erwarten, beginnt ein romantisches Kennenlernen. Doch darauf hat er keine Lust. Sie: «Schöne Tag hüt. Richtig schön.» Er: «Verdammt heiss hüt.» Der Lärm spielender Kinder schwillt an. Er: «Das tönt nach emene verdammte Spielplatz.» Sie: «Heit Dir nid gärn Ching?» Er: «Doch, we dr Abstand stimmt.»

Clevere Namensgebung

Aber Sofia lässt nicht locker. Nach und nach und mit Unterstützung von Herberts Nichte Cornelia gelingt es ihr, dass sich der verbitterte Herbert (Hans Witschi) öffnet und ihr Zutritt zu seiner Wohnung gewährt, in der er sich hinter Mozart-Büsten verschanzt.

Marianne Tschirren, die Darstellerin von Sofia, hat «Möwe und Mozart» für das Theater Matte auf Berndeutsch übersetzt. Lilian Naef inszeniert das 2014 uraufgeführte Stück des deutschen Autors Peter Limburg. Zu dessen Vorbildern zählt der Amerikaner Neil Simon, von dem viele populäre Komödien und Broadway-Musicals wie «Sweet Charity» stammen. Limburg erzählt die Geschichte der jungen Liebe im Alter mit Sprachwitz und Gefühlsnuancen. Clever ist, wie Sofia und Herbert auch über ihre titelgebenden Spitznamen charakterisiert werden.

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