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In die Ekstase tanzen mit Michele Rizzo, zum Soundtrack von Lorenzo Senni.© John Divola
Verschiedene Orte, Freiburg

In die Selbstvergessenheit

Das Belluard Bollwerk Festival in Fribourg feiert das Wieder-Mögliche mit einem Aufbruch zu den Grenzen des Erfahrbaren. Und: Es hat eine neue Spielstätte.

Schon bald ist Tanzen in Clubs wieder erlaubt. Am Belluard Bollwerk, dem Fribourger Tanz-, Musik und Theaterfestival, macht sich die Vorfreude etwa so bemerkbar, dass «Higher» von Michele Rizzo bereits ausverkauft ist: Zu einem treibenden Beat tanzen sich drei Männer in die Selbstvergessenheit einer Clubnacht. Der elektronische Sound von Lorenzo Senni ist auch nach dem Stück in Form eines Livesets erfahrbar: Senni stellt sein neues Album «Scacco Matto» vor.

Rastlosigkeit im Gleichklang

Die Performance «Restless Beings» der Walliser Choreografin Cosima Grand wiederum spielt mit dem Gefühl des Aufbruchs, das auch in einen Dauerzustand übergehen kann. Ob dieser als rastlos oder eher meditativ empfunden wird, kommt ganz auf die eigene Haltung an: Gibt man sich hin und wird zu einer zuckenden Amöbe, zu einem bewegenden Körper im Gleichklang? Mit vier Tanzschaffenden, darunter Natascha Moschini und Chris Leuenberger aus Bern, erkundet Grand den Zustand der stetigen Bewegung und Unruhe.
Nebst rauschhaften, kollektiven Bewegungsstudien setzt das Festivalprogramm unter der Leitung von Laurence Wagner auch auf Formate, die nach Identität und Widerstand fragen.

Besonders aktuell tut dies das chilenische Stück «Mutilados en democracia» – «Verstümmelt in der Demokratie». Das Dokumentartheater basiert auf Zeugenaussagen von Personen, die im Zuge der jüngsten Proteste gegen den neoliberalen Staat Opfer polizeilicher Gewalt wurden.
Des Weiteren greift das diesjährige Programm das historische Erbe der Festivalstadt auf. So befindet sich eine neue Spielstätte an der alten Stadtmauer Fribourgs: die Fortunée des Remparts.

Neu erdachte Denkmäler

«Le Bronze ne fond qu‘avec le feu» wiederum ist die Arbeit eines Kollektivs namens Conseye Pheidairale, das während des ganzen Festivals Fribourger Denkmäler erforscht, sich neue Sujets ausdenkt, diese vielleicht auch in Bronze giesst – und pompös einweiht.
Der Spaziergang DOM- hingegen begibt sich an die Stadtränder, an den Rand des Akzeptierbaren, des Erfragbaren, aber auch auf die Spuren von Aktivismus und Selbstbestimmung.

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