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Revolutionäre zücken die Waffen: Christine Hasler (Musik), Christoph Keller, Nina Mariel Kohler und Judith Koch.© Rob Lewis
Schlachthaus Theater, Bern

High Noon in der Altstadt

Wie Bern als Diktatur von linken Cyber-Ökos aussehen würde: Das Stück «Die Asozialen» von Peng! Palast im Schlachthaus Theater ist ein politischer Science-Fiction-Western über Stadtentwicklung.

Im Saloon herrscht dicke Luft. Die Revolutionäre (Christoph Keller, Judith Koch) wollen mit der «bourgeoisen» Altstadt «Tabula rasa machen». Ihre Gegnerin (Nina Mariel Kohler) findet, die Welt sei im Kleinen zu verändern und vom System gleichwohl zu profitieren. Die überlegenen Revoluzzer errichten eine kommunistisch-grüne Diktatur, gepaart mit totaler Digitalisierung. Durch die Ruinen des alten Staats gibt es Führungen, während sich im Untergrund der Widerstand formiert. Das Publikum muss sich am Anfang entscheiden, wem es sich anschliesst.

«Die Asozialen – Ein Endzeitwestern», das neue Stück von Peng! Palast, ist ein Mix aus Western, Science Fiction und szenischem Rundgang. Der Plot schöpft sich aus der direkten Umgebung des Schlachthaus Theaters, der Berner Altstadt. Das Theaterkollektiv hat dort Wohnende und Arbeitende wie etwa Architekten oder Quartierleiste gefragt, wie sie sich ihre ideale Stadt vorstellen würden.

Die eigene Bubble verlassen

«Mich interessiert, wie man das Miteinander in der Stadt anders gestalten könnte», sagt Dennis Schwabenland, Co-Leiter von Peng! Palast und Regisseur dieser Produktion. Da sei es notwendig, öfter mal die eigene «soziale Bubble» zu verlassen. Dies fördern sollen auch die offenen Kulturworkshops «Time vor Change», die Schwabenland 2016 im Berner Generationenhaus initiierte. Einige der Teilnehmer sind nun wiederum Statisten im Stück.

Peng! Palast selbst planen keinen Umsturz, sondern feiern 2018 ihr zehnjähriges Bestehen. Die Berner Gruppe besteht heute aus den Gründern Schwabenland und Keller – Benjamin Spinnler ist in dieser Saison nicht mehr dabei – sowie aus Kohler, Raphael Urweider (Autor), Roland Amrein (Produzent) und Tonio Finkam (Licht). Mit einer Mehrjahresförderung, die sie von der Stadt Bern erhalten haben, erarbeiten sie bis 2020 zwei weitere Produktionen, die sich mit der Zukunft des Zusammenlebens, speziell der Arbeit, befassen.

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