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Das Ensemble des TOBS ist der Zeit auf der Spur. © Joel Schweizer
Stadttheater Biel und Solothurn

Griff nach der Zeit

Das Theater Orchester Biel Solothurn (TOBS) verschafft der Zeit Raum. Im Stück «Verweile doch, du bist so schön» dreht sich alles um Vergänglichkeit.

 

«Lange Zeit bin ich früh schlafen gegangen. Manchmal, die Kerze war kaum gelöscht, fielen mir die Augen so rasch zu, dass keine Zeit blieb, mir zu sagen: Ich schlafe ein.» Der Beginn von Marcel Prousts Roman «Auf der Suche nach der verlorenen Zeit» spielt eine zentrale Rolle im Stück «Verweile doch, du bist so schön» der Regisseurin Deborah Epstein und des Bühnenbildners Florian Barth. «Wie erinnern wir uns an Zeit? Während des Theaterabends kehren wir immer wieder an den Anfang des Stücks zurück. Wiederholung macht die Zeit greifbarer, dadurch begreifbarer», sagt Epstein. Mittels weiterer Texte von Thomas Mann, Fernando Pessoa, Walter Benjamin und anderen sucht das Schauspielensemble des TOBS nach Antworten über die Wahrnehmung der Vergänglichkeit.

Im Museum

Eine Besonderheit des Stücks ist, dass die Schauspielerinnen und Schauspieler nur via Kopfhörer zu hören sind. «Es ist intimer. Das Publikum ist unmittelbar in das Spiel eingebunden», so Epstein. Ein weiterer Aspekt ist das visuelle und sinnliche Erfahrbarmachen von Zeit. Das Bühnenbild entzieht sich der klassischen Kulisse und erinnert an eine Museumssituation. So ist ein Stück entstanden, das dazu anregt, über die eigene Definition von Zeit nachzudenken.

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