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Launisch, ungeduldig, lustlos, hochmotiviert: Uwe Schönbeck (r.) als Gott mit menschlichen Zügen und Erzengel Gabriel. © Severin Nowacki
Das Theater an der Effingerstrasse, Bern

Gott der Wankelmütige

Das Theater an der Effingerstrasse zeigt die Komödie «Gott der Allmächtige», in der Gott die Gestalt von Uwe Schönbeck annimt und auf der Erde mit den Gerüchten um seine Person aufräumt.

«Ich bin weder Basel- noch YB-Fan. Ich lenke keine Bälle in irgendwelche Tore. Ihr seid Weltmeister? Yippie! Aber lasst mich da raus!», wettert Gott, der nicht ständig um irgendetwas gebeten werden will. Das Gebet sei oh­nehin «ein schwammiges Konzept, irgendwo zwischen Ritus, Meditation und Bettelei». Er wisse doch längst über alles Bescheid, was unten auf der Welt vor sich gehe. «Erbittet nicht meine Allmacht und stellt gleichzeitig meine Allwissenheit in Frage», betont er.

Schauspieler als Sprachrohr

In der Schweizer Erstaufführung von «Gott der Allmächtige» des New Yorker Autors David Javerbaum will Gott endlich die Missverständnisse und Gerüchte um seine Person aus der Welt schaffen sowie den Zehn Geboten ein zeitgemässes Update verpassen. Er steigt also vom Himmel herab und nimmt die Gestalt des Schauspielers Uwe Schönbeck an. Umsorgt wird er auf Erden vom Erz­engel Gabriel ­(Aaron Frederik Defant) und Pater Wohlfahrt (Andreas Krämer). Letzterer kommentiert das göttliche Wort mit allerhand selbstgebastelten Instrumenten, wie beispielsweise einem Gartenschlauch-Alphorn, einem Donnerblech und einem verstimmten Harmophon. Seine Klangkörper wirken brüchig – aber er sei ja auch nur das Bodenpersonal, sagt Schauspieler und Musiker Krämer.

«Ich bin ein Suchender»

Doch nicht nur sein Körper – auch der Charakter Gottes weist viele menschliche Züge auf. In der Inszenierung von Stefan Meier ist er launisch, ungeduldig, manchmal lustlos und dann wieder hochmotiviert. Er betreibt Selbstkritik bis zur Selbstzerflei­schung.

Und wie steht Schönbeck selbst zur Religion? «Ich bin ein Suchender. Fromm bin ich ganz bestimmt nicht. Aber das, was die Menschen beschäftigt, das kann man nicht einfach so vom Tisch wischen. Da lohnt es sich auf jeden Fall, sich darüber Gedanken zu machen. In welcher Form auch ­immer.»

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