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Vogue-Tänzer Sandro Niederer© Didier Mézières
Dampfzentrale, Bern

«Für uns ist die intakte Gemeinschaft extrem wichtig»

In der Reihe «Eingefroren» haben vier Künstlerinnen und Künstler freie Bahn, während einer Woche in der Dampfzentrale zu arbeiten. Mit «I’m not sick, I’m in pain» behandelt der Vogue-Tänzer Sandro Niederer die Auswirkungen der Pandemie für die queere Community.

Sich mit lästigen oder ärgerlichen Situationen herumschlagen zu müssen, das scheint für viele seit der Pandemie häufiger auf der Tagesordnung zu stehen. Darum gibt die Dampfzentrale in der Reihe «Eingefroren» insgesamt vier Künstlerinnen und Künstlern die Möglichkeit, während einer Woche ihre Räumlichkeiten zu bewohnen und darin zu toben, zu gestalten, Sachen einzustudieren und den Instagram­Account des Veranstaltungshauses zu befüllen. «Eingefroren» heisst die Reihe, weil es nicht nur in Videokonferenzen immer wieder heisst «Du bist eingefroren», sondern weil durch die Situation Perspektiven für die Zukunft eingefroren zu sein scheinen.

Prince des House of B. Poderosa

Einer der Künstler, die die Dampfzentrale eine Woche lang bewohnen, ist der Berner Sandro Niederer, Vogue-Tänzer, ein Stil aus der queeren Ballroom-Szene. Er ist sogenannter Prince eines Ballroom-Hauses, des House of B. Poderosa. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern des House of B. Poderosa stellt Niederer am Ende der Woche per Livestream unter dem Titel «I’m not sick, I’m in pain» vor, was während der Zeit in der Dampfzentrale entstanden ist. «Einerseits thematisieren wir die ganze Covid-Situation und ihre Auswirkungen im Allgemeinen. Auf der anderen Seite geht es aber im Speziellen auch um uns als queere Menschen und Trans-Personen. Für uns ist die eigene Gemeinschaft, an die wir uns immer wenden können, extrem wichtig», sagt Niederer. Diese falle zum grossen Teil auch auseinander, jetzt, da die Clubs und andere Räume, in denen sich die Community trifft, nicht mehr zugänglich seien.

Bunt und queer

Vier Personen tanzen, jemand steht am DJ-Pult. Während der erste und dritte Teil der Vorstellung aus Voguing besteht, ist der mittlere eine interpretative Performance. «Die tänzerischen Teile stellen die Zeit vor und nach der Corona-Pandemie dar», so Niederer. Auf die Frage, worauf sich das Publikum einstellen könne, meint Niederer: «Zum einen wird es bunt und queer, zum anderen genauso düster, da wir auch Verlust und psychische Probleme ansprechen, die momentan viele betreffen.»

Während in der letzten Woche der Performer und Choreograf Nils Amadeus Lange die Dampfzentrale nutzen durfte, folgt auf Niederer die mehrsprachig und interdisziplinär arbeitende Künstlerin Daniela Ruocco unter dem Titel «Well-being». Den Abschluss macht die Musikerin, Aktivistin und Schauspielerin Brandy Butler mit der Episode «Was kommt?» für ein junges Publikum.

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