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Schicksalsschwanger: Tragik griechischen Ausmasses in «Jenůfa».© Florian Spring
Stadttheater Bern

Frauen und die Fatalität

Regisseurin Eva-Maria Höckmayr inszeniert für Konzert Theater Bern die Oper «Jenůfa». Die schwere Kost kommt in minimalistischer Inszenierung auf die Bühne.

«In dieser Oper gibt es eine fatale Struktur, wie in einer antiken Tra­gödie», sagt die in Berlin lebende
Regisseurin Eva-Maria Höckmayr, die 
«Jenůfa» für Konzert Theater Bern inszeniert. In drei Akten wird von verhängnisvollen Frauenschicksalen erzählt. Das Werk des Komponisten Leoš Janáček wurde 1904 im Tschechischen Nationaltheater in Brünn uraufgeführt. Das Libretto basiert auf dem Roman «Ihre Ziehtochter». Jenůfa, in Bern von der Sopranistin Johanni van Oostrum verkörpert, erwartet ein uneheliches Kind. Ihre Ziehmutter alias die Küsterin (Claude Eichenberger) versteckt Mutter und Kind in ihrem Haus. Beide hoffen, der Kindsvater werde Jenůfa heiraten. Doch es kommt zur absoluten Katastrophe und die Küsterin wird zur Enkelmörderin - in der Absicht, die Zukunft von Jenůfa zu retten.

Vom Vergeben

«Die Tragik liegt darin, dass die Küsterin daran scheitert, alles zu tun, um ihrer Ziehtochter das gleiche Schicksal, das ihr selbst widerfahren ist, zu ersparen», so Regisseurin Höckmayr. Man tauche in dieser Oper in sehr komplexe Familienstrukturen ein, wobei es sich um eine Wiederholungsgeschichte handle. Doch Höckmayr sieht auch das Hoffnungsvolle und Humanistische in dieser Geschichte. «Jenůfa kann am Ende der Mörderin vergeben und auch in der Liebe neu beginnen.» Dieses Vergeben wird musikalisch in einem Duett umgesetzt. Das mini­malistische Bühnenbild spiele mit verschiedenen Tiefenschärfen und Abständen, was erlaube, einzelne Figuren hervorzuheben, sagt Höckmayr. An den Kostümen könne man keine spezifische Epoche fest­machen, allerdings ahnen, dass es sich um eine ländlich geprägte Dorfgemeinschaft handle, die hier lästere und richte. 

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