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Plötzlich alleine im Nest: Nicole D. Käser als Christine und Adrian Schmid als Paul.© Corinne Thalmann
Theater Matte, Bern

Empty-Nest- und No-Sex-Syndrom

Eltern auf der Suche nach einer gemeinsamen Sprache und der Sexualität – die Komödie «Frühherbst für Anfänger» von Manfred Schild behandelt die Frage nach einer erfüllten Beziehung. Zu sehen im Theater Matte. Sie malen Ausrufezeichen in die Luft, oder sprechen von «… dr Sach» oder «… Dings». Christine und Paul Schäfer aus der Beziehungskomödie «Frühherbst für Anfänger» von Manfred Schild leiden nicht nur unter ihrer eigenen sprachlichen Verklemmtheit, sondern auch unter dem Empty-Nest–Syndrom. «Sit d Lena uszoge isch näme mer üs gägesitig wie Möbelstück war. Wo mer üs hei kenneglernt, wäri nie uf d Idee cho, di als mi Bsitz z empfinde.» Der ausgeflogene Nachwuchs hat Eltern zurückgelassen, die plötzlich wieder an ihre eigenen Bedürfnisse erinnert werden.

«Krieg und Frieden» in der Ehe

Im Theater Matte mimen Nicole D. Käser und Adrian Schmid die Geigerin Christine und den Mathematiker Paul im Stück, dessen Mundartfassung die Regisseurin Corinne Thalmann geschrieben hat. Eines Tages liegt ein Beziehungsratgeber voller sinnlicher Tipps und dem kryptischen Namen «Krieg und Frieden» vor ihrer Haustür. Eine implizite Aufforderung ihrer Nachbarn? Denen wollen sie ihre Unbünzligkeit beweisen.

Keine Blösse, keine Prüderie

Paul hat in seiner mathematischen Logik zwar konstatiert, dass sie «rein mathematisch hochprozäntig ähnlechi Vorstellige vom Begriff Beziehig hei», doch das hilft wenig, wenn das Buch reden, zuhören, streicheln, Fantasien aufschreiben und ausprobieren vorgibt. Und Christine sogar einem Seminar mit den Nachbarn zugesagt hat. Da kann man keine Blösse und Prüderie zeigen. Dass es eigentlich darum geht, sich möglichst ungestresst anzunähern, stellen sie erst fest, kurz bevor sie aufgeben wollen.

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