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In den Fängen ihres Schicksals: Céline Steudler als Elsa in «Lohengrin».© Sabine Burger
Stadttheater Biel und Solothurn

Eine unsichtbare Aktion

Opernprobe und Gedankentheater – Am Theater Orchester Biel Solothurn inszeniert Bruno Berger­-Gorski mit «Radames /Lohengrin» zwei zeitgenös­sische Kurzopern. Die musikalische Leitung hat Yannis Pouspourikas. Wenn der Sparzwang auf der Bühne sichtbar wird: In der komödiantischen Kammeroper «Radames» des ungarischen Komponisten Péter Eötvös von 1975 muss ein Countertenor sowohl die Rolle von Aida als auch von Radames einnehmen. Die Musik besteht ausschliesslich aus variierten VerdiAuszügen, wie der französische Dirigent Yannis Pouspourikas in einem Interview sagte. Am Stück fasziniere ihn die schwierige musikalische Umsetzung von Witz. «In ‹Radames› stehen einem hierzu das Saxofon, die Tuba und das Horn zur Verfügung» – mehr Finanzen für das Orchester der Opern in der Oper gibt es nicht.

Elsas Gedankenwelt

«Lohengrin» des italienischen Komponisten Salvatore Sciarrino wurde 1982 uraufgeführt und beginnt mit einem Stimmengewirr, das nach «Elsa» ruft. Enden tut das un­gewöhnliche und laut Pouspourikas «psychoanalytische Abenteuer» mit einem abstrakten, Tinnitus ähnlichem Ton. Sciarrino schuf mit der Kurzoper, angelehnt an die Legende von Lohengrin, die auch Wagner vertont hat, eine «unsichtbare Aktion für Solistin, Instrumente und Stimmen». Denn das Stück, zeigt nur die Gedankenwelt der zu unrecht angeklagten Elsa, Jungfrau und Gattin Lohegrins, die sich in der Psy­­­chiatrie befindet.

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