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Lässt Töne auftauchen, nachhallen und verschwinden: Limpe Fuchs.© Mia Karic
Dampfzentrale, Bern

Die Zeitfülle des Klangs

Limpe Fuchs gehört mit ihren Klangexperimenten international zu den bekanntesten Künstlerinnen der experimentellen Musikszene. Die 80-Jährige, die auf selbst gebauten Instrumenten spielt, ist nun in der Dampfzentrale zu erleben.

Für Limpe Fuchs ist Musik mehr als eine Abfolge von Tönen. Genauso wichtig ist der deutschen Klangforscherin auch das Drumherum: Das Verklingen eines Tons, die Stille davor und danach, die Pause zwischen den Klängen – und der Nachhall. Am Abend «Listen to the sound disappearing» ermöglicht die fantasiereiche Künstlerin dem Publikum, die Hektik hinter sich zu lassen und sich ganz der Zeitfülle ihres Sounds hinzugeben.

Zeitluxus

Die Komponistin aus München studierte Klavier, Schlagzeug und Violine, am meisten beeinflusst haben sie die avantgardistischen Kompositionen von Murray Schaefer und John Cage. Bekannt wurde sie bereits in den 1970er-Jahren, als sie mit ihrem Mann, dem Bildhauer Paul Fuchs, das Duo Anima Musica bildete. Es war auch die Zeit, als sie begann, Instrumente aus Holz, Metallen oder Steinen selber zu bauen. Ihr heutiges Instrumentarium hat sich im Laufe der letzten 40 Jahre entwickelt. Selber schreibt Fuchs über ihr Vorgehen, dass der Zeitluxus, den sie den Klängen gewähre, diese zum Blühen bringe: «Deshalb ist es meine Aufgabe, nicht Virtuosität, sondern Einfachheit zu vermitteln.»

Stimme, Steinspiel, Stille

Wenn sie nun in der Dampfzentrale experimentiert, dann mit ihren Pendel­saiten, dem Lithophon – ein langes, selbstgebautes Steinspiel –, der Viola, ihrer Stimme und mit Trommeln aus unterschiedlichen Materialien. Für jede Performance, schreibt sie, ordne sie ihr Instrumentarium stets den Räumlichkeiten angepasst neu an. Erst dann und immer wieder auf neue Art vermischt Fuchs in ihren Klang­experimenten Alltagsgeräusche mit Improvisation: Was zuerst irritierend wirkt, findet sich, als hätte es immer zusammengehört.

 

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