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Matthias Zurbrügg spaziert liegend.© Matthias Zurbrügg
Schosshaldenfriedhof, Bern

Die Zeit läuft von alleine

Poetisch bespielt die Gruppe Mes:arts den Schosshaldenfriedhof mit Worten aus Holzbuchstaben. Matthias Zurbrügg führt im Rundgang «Zeit los lassen» durch die Ausstellung.

Wie Grabsteine ragen die Holzlettern in die Höhe, wenn sie nicht im Brunnen treiben. Man erkenne sie daran, dass sie «schwimmen, liegen, stehen oder Schatten werfen», sagt der Autor und Schauspieler Matthias Zurbrügg von Mes:arts zu Beginn des inszenierten Spaziergangs durch die Ausstellung «Zeit los lassen» im Schosshaldenfriedhof. Er rät: «Lassen Sie sich Zeit, denn sie läuft von alleine.»

Ewige Vergänglichkeit

Poetisch sind die Worte und Satzfragmente, die sich zwischen den 4 500 Grabsteinen tummeln. In der Mitte des Parkplatzes steht «Innehalten», zwei Sitzbänke sind mit «Du» und «Ich» geschmückt, ein grosser Felsblock wird zur «Träne» und auf den Buchstaben des Wortes «Schlafen» kann man auf dem Friedhof probeliegen. Zurbrügg führt am Spaziergang durch die verschiedenen Stationen und ergänzt dabei die Wortspiele mit eigenen, assoziativen, und fremden Texten, wie etwa Rilkes «Requiem für Paula Modersohn Becker». Stets im Fokus sind die Themen Vergänglichkeit und Ewigkeit. Als Bühne dienen Zurbrügg jeweils die Mauern des malerischen Friedhofs. Es entsteht eine spannende Dynamik zwischen Ort und Wort, die sich zuweilen potenzieren, um sich dann wieder in skurrilem Kontrast gegenüber zu stehen.

Den Friedhof kennenlernen

Sofort hätten die Verantwortlichen des Friedhofs zugestimmt, sagt Zurbrügg. «Die Rundgänge sorgen dafür, dass die Menschen ihren Friedhof kennenlernen. Vielleicht bekommen sie ja sogar Lust dazu, sich hier bestatten zu lassen», fügt er an. Zum Rundgang ist ausserdem eine Wegleitung erhältlich, die Text und Buchstaben in neue Zusammenhänge bringt.

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