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Zwei Vagabunden, die vorerst zu Hause bleiben: Resli Burri (links) und Pascal Dussex.© ZVG
Bierhübeli, Bern

Die Unzertrennlichen

Pascal Dussex und Resli Burri vom humoristischen Musikduo Les trois Suisses gründeten ihre Band Anfang der Neunzigerjahre in Südfrankreich. Die zwei Freunde erzählen, warum ein Strassenmusiker einen Anzug tragen sollte.

Veranstaltungsdaten

SA 12.09.2020 20.30
DO 19.11.2020 20.00
FR 20.11.2020 20.00
SA 21.11.2020 20.00

Dafür, dass gerade die Schweizer Tournee ihres neuen Bühnenprogramms «Vagabund» fürs Erste ins Wasser gefallen ist, sind Pascal Dussex und Resli Burri von Les trois Suisses an diesem verregneten Dienstagmorgen ziemlich guter Dinge. Es sei schon schlimm, all diese Absagen, und natürlich hätten sie sich auch finanziell auf die Gagen eingestellt. Aber, so Burri, er sei eben auch sehr erleichtert, dass er jetzt gerade nicht so viel zu tun habe. «Du bist offenbar so erleichtert, dass du dir sogar einen Bart hast wachsen lassen, wie Bud Spencer», sagt Burri zu Dussex. Dieser lacht, und bestreitet nichts. Beide widmen sich im Moment vor allem dem Handwerk statt der Bühne: Burri, der einst eine Klavierbauerlehre absolvierte, freut sich, dass seine Expertise wieder mehr gefragt ist. «Vielen Leuten fällt jetzt auf, dass das Klavier, das bei ihnen in der Stube steht, verstimmt ist, und sie möchten etwas dagegen unternehmen.» Dussex nutzt die frei gewordene Zeit, um in seiner Werkstatt Velos zu reparieren.

Das verschlafenste Dorf

Ursprünglich waren Les trois Suisses, wie es der Name nahelegt, zu dritt. Burri, Dussex und Thomas Baumeister lernten sich in Bern kennen, spielten alle in derselben Band und entschlossen sich im Sommer 1992, gemeinsam für sechs Wochen mit dem Auto durch Südfrankreich zu vagabundieren und zusammen Musik zu machen. «Wir suchten uns für den allerersten Auftritt das verschlafenste Nest aus, das wir finden konnten, damit wir ja nicht zu viel Publikum hatten», erinnert sich Burri lachend. In ihrem neuen Programm thematisieren Dussex und Burri diese ersten Wochen. «Viel Material hatten wir ja in dieser ersten Zeit nicht», sagt Dussex, «aber wir waren sehr gut angezogen. Die meisten Strassenmusikerinnen und -musiker liefen eher hippiemässig herum, mit langen Haaren und Jesus-Sandalen, während wir uns Tag für Tag in Schale warfen und dadurch wirklich überall spielen durften. Jede Beiz hatte Freude an uns.» Der Multiinstrumentalist Burri spielte damals ein ausklappbares Harmonium aus dem vorletzten Jahrhundert, welches er «von einem Wanderprediger» übernommen hatte. Baumeister verstärkte den Klang mit einer Pauke, einem Snare-Drum, und einer Zimbel, während Dussex sang und Gitarre spielte. Wobei, meistens wurde mehrstimmig gesungen: «Resli und Thomas sind beide tolle zweite Stimmen, und dieses Harmonisieren war auch lange unser Markenzeichen», so Dussex.

Noch im gleichen Jahr folgte der erste Schweizer Auftritt im Kultrestaurant «Pyri» in der Berner Altstadt. Das Trio kam gut an, bald wurde die frisch geschlüpfte Band für Hochzeiten und allerlei sonstige Anlässe gebucht. Parallel dazu begannen Les trois Suisses, aus ihren anfänglich sechs Coverversionen ihr erstes volles Bühnenprogramm, «Biocomedyshowband», zu entwickeln. Weitere Bühnenprogramme folgten.

Das kleinste Trio der Welt

Von 1992 bis 2013 waren Dussex, Burri und Baumeister gemeinsam unterwegs. Als Baumeister entschied, sich anderen Projekten zu widmen, war für die restlichen Bandmitglieder klar, dass der inzwischen bekannte Name dennoch bleiben sollte, und sie nun halt als das «kleinste Trio der Welt» auftreten würden.

Burri und Dussex hatten inzwischen eine klarere Vorstellung davon, was ihnen auf der Bühne wichtig war: «Wir sind beides nicht die grossen Schauspieler, deshalb nahm diese Komponente in unseren Shows über die Jahre ab, zugunsten von mehr Musik», erzählt Dussex. Theatralisch sind Les trois Suisses dennoch geblieben – ihre Auftritte verbinden nach wie vor gekonnt Comedy mit Musik. Gesungen wird auf Englisch, Französisch und Berndeutsch, neben Coverversionen spielen Burri und Dussex mittlerweile auch eigene Lieder. Während die Berner Regisseurin Meret Matter die frühen Programme inszenierte, taten sich Burri und Dussex ab 2017 mit Paul Steinmann zusammen. Mit ihm entwickelten sie auch «Vagabund», welches sie 2020 in der gesamten Deutschschweiz hätten aufführen sollen. Durch das Coronavirus blieb es bisher bei der Premiere Anfang März im Casinotheater Bern.

Die Drei vom Versandhaus

Es gehört zur Legendenbildung jeder Band, eine Geschichte zum Bandnamen erzählen zu können. Bei Les trois Suisses geht sie laut Dussex ungefähr so: «Wir sassen zu dritt in einer Beiz in Südfrankreich und vom Tisch aus sahen wir einen kleinen Lieferwagen vorbeizischen, auf dem der Schriftzug Les trois Suisses prangte, also die französische Version von «Die drei Eidgenossen». Das war damals so ein berühmtes französisches Versandhaus, wie hier in der Schweiz vielleicht der Ackermann-Katalog. Und uns war sofort klar, so muss unsere Band heissen. Die Leute in Frankreich fanden es damals super, dass wir drei Schweizer unsere Band nach einem Versandhaus benannt hatten.»

Events zu diesem Artikel

Bühne

Les Trois Suisses

Achtung: Die Veranstaltung findet neu in der Schlossschüür statt. Die Location bietet verbesserte Bedingungen zur Umsetzung des Schutzkonzepts. Die Sitzplätze sind nummeriert.  Kulturhof Schloss Köniz, Köniz 12.09.2020, 20.30
Bühne

Les trois Suisses: Vagabund

Da sind sie wieder, die beiden Berner Musiker mit ihren phänomenalen Kabarettprogrammen. Diesmal kommen Resli Burri und Pacal Dussex direkt von der Strasse.  La Cappella, Bern 19.11.2020, 20.00
Bühne

Les trois Suisses: Vagabund

Da sind sie wieder, die beiden Berner Musiker mit ihren phänomenalen Kabarettprogrammen. Diesmal kommen Resli Burri und Pacal Dussex direkt von der Strasse.  La Cappella, Bern 20.11.2020, 20.00
Bühne

Les trois Suisses: Vagabund

Da sind sie wieder, die beiden Berner Musiker mit ihren phänomenalen Kabarettprogrammen. Diesmal kommen Resli Burri und Pacal Dussex direkt von der Strasse.  La Cappella, Bern 21.11.2020, 20.00

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