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Der Tod eines gemeinsamen Freundes vereint Dave (Thomas U. Hostettler), Georg (Herwig Ursin) und Tobias (Nils Torpus, v.l.). © Yoshiko Kusano
Schlachthaus Theater, Bern

«Der Tod nährt das Leben»

Drei Freunde treffen nach einem Todesfall aufeinander, singen, saufen und philosophieren: In «Ehemänner», geschrieben von Johannes Dullin, fallen Masken, und die Grenzen zwischen Wahrheit und Fiktion verschwimmen.

Tobias, glücklich verheiratet, drei Kinder. Georg, geschieden, Schuldirektor, lebt in einer Patchworkfamilie. Dave, Elektromonteur, leidet heimlich unter den Affären seiner Frau, ihres Zeichens Architektin und sehr erfolgreich. Drei Männer, die sich seit langer Zeit kennen, treffen sich nach dem Tod eines gemeinsamen Freundes. In drei Akten – Champagner, Bier und Schnaps – feiern sie ein Fest im Angesicht des Todes, trinken auf das Leben, dessen Sinn und Unsinn.

Partylieder – gesungen und gegrölt

Vor einem minimalistischen Bühnenbild – wie in den Stücken von Johannes Dullin («Der Teufel») üblich – entfacht sich ein Fest der Freundschaft. Es wird gesungen und gegrölt: «Wenn ich das Gefühl hab, dass nichts mehr läuft / Und sich die ganze Scheisse häuft. Wenn ich voll down bin, sich mir alles entzieht / Dann sing ich dieses Partylied.» «Ehemänner» heisst das neue Stück der drei Theaterschaffenden Thomas U. Hostettler, Herwig Ursin und Nils Torpus, die vor über 25 Jahren gemeinsam in Bern die Schauspielschule besuchten. Mittlerweile wohnen alle in unterschiedlichen Städten, der Kontakt blieb aber immer erhalten. Das Stück ist inspiriert von John Cassavetes Film «Husbands» aus den 70er-Jahren, in dem sich ebenfalls drei Ehemänner und Freunde durch einen Todesfall treffen.

Auf den Leib geschrieben

Das Stück unter der Regie von Johannes Dullin, der auch den Text dazu geschrieben hat, fängt als recht konservatives Kammerspiel an, das dann zu eitern beginne, so der Regisseur: «Etwas Reales steht im Raum, gleichzeitig kommt Erfundenes hinzu. Das Stück spielt mit diesem Spannungsfeld und der Gratwanderung zwischen Wahrheit und Fiktion». Anhand von Interviews und diversen Treffen skizzierte er die drei Charaktere und schrieb den Schauspielern das Stück «auf den Leib», wie er sagt. Ein emotionales, tiefgründiges und abgedrehtes Stück, exzessiv und überbordend, schwer und leicht zugleich. Hier bringt der Tod alte Freunde wieder zusammen, seine Nähe öffnet die Tür zum Leben: «Der Tod nährt das Leben», heisst es in «Ehemänner».

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