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Marco Morelli: «Ich muss es leben.» © Daniel Uhl
Tojo Theater Reitschule, Bern

Das Original

Mit der Soloshow «Clown, Poet & Chaot» und seinem «Komödiantenkoffer» kommt Marco Morelli ins Tojo Theater. Ein Porträt des Berner Ausnahmeartisten.

Als Jugendlicher führte der heute 62-jährige Marco Morelli den «Circo Morelli» – einen Seiltanz in zwei Metern Höhe – in Laupen bei Bern auf. Zwar liebäugelte der Artist mit einer Ausbildung an der Dimitri- oder der Schauspielschule, merkte aber schnell, dass das nicht sein Ding ist.

Im Sommer 1976 wurden grosse Plätze in Basel, Bern, Luzern und Zürich autofrei, Morelli bespielte diese zusammen mit Jugendfreund Peter Freiburghaus (Duo Fischbach) als «Zampanoo’s Variété». Im Winter traten die beiden zwischen Mehlsäcken in der Mühle Hunziken auf. In den 80er-Jahren spielte Morelli auf verschiedenen Bühnen, so auch als seiltanzender Till Eulenspiegel im Stadttheater Bern und im «Zirkus Aladdin». Seine «Soloschiene» wurde immer artistischer, er wollte höher hinaus als die vier Meter im Zirkus und tanzte bald auf 10 bis 20 Metern Höhe über Plätze und Strassen. Im öffentlichen Raum sei die soziale Spannbreite des Publikums grösser, sagt Morelli: «Vom Punk bis zum Cüpli-Trinker war alles dabei. Drinnen hat man das nicht mehr, da gibt es für den Konsumenten eine höhere Schwelle zu überschreiten.»

In der Melasse stecken bleiben

Egal ob Zirkus-Morelli, Hochseil-Morelli, Kasperli-Morelli oder Theater-Morelli: Seine Soloshow pflegt er seit 40 Jahren. Bis heute beinhaltet sie Elemente, die ihn seit jeher begleiten. Zu seinem Auftritt mit dem Programm «Clown, Poet & Chaot» im Tojo sagt der erzählfreudige Artist: «Es kann passieren, dass ich in der Melasse stecken bleibe und der Flieger nicht abhebt. Ich switche zwischen den Rollen hin und her, weiss nicht, was privat ist und was gespielt. Ich komme mit meinem Komödiantenkoffer ohne eine Inszenierung. Ich muss es leben.»

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