mitgliederwerden grey iconMitglied werden
Archiv
Der doppelte Groucho: Max Merker (l.) und Matthias Schoch. © Martin Dolnik
Stadttheater Biel und Solothurn

Das lachende Spiegelbild

Nonverbales Erzählen ist das Rezept von Max Merker. Sein Marx-Brothers-Abend «Before I Speak I Have Something to Say» ist am Theater Orchester Biel Solothurn zu sehen.

Spätestens, wenn man vom eigenen Spiegelbild ausgelacht und von der Begleitmusik ständig unterbrochen wird, ist die Künstlerexistenz bedroht. Im Stück «Before I Speak I Have Something to Say» vermischen sich Reenactments des amerikanischen Komikers Groucho Marx von den Marx Brothers zusehends mit dessen Lebensgeschichte als alternde, schlaflose Existenz.

Lustig, nicht lustig gemeint

Marx, der kleine und politisch unkorrekte Zyniker mit dick aufgemaltem Schnauzbalken ist nach Stummfilmikone Buster Keaton und Komiker Andy Kaufman der dritte amerikanische Künstler, dem sich Max Merker annimmt. Die Vorliebe für derartige Komik begründet der Regisseur und Schauspieler am Theater Orchester Biel Solothurn (TOBS) so: «Zuerst kommt wahrscheinlich meine Faszination für Clowns und Komik an sich. Warum sind die einen lustiger als die anderen? Gibt es da ein Handwerk? Gibt es ein Geheimnis dahinter?» Merker hat sich mit seinem Hintergrund des Physical Theatres sein eigenes Rezept zur Darstellung von Komik geschaffen: «Das nonverbale Spiel steht im Vordergrund. Damit muss man ökonomisch erzählen, ohne Umwege.» Die Herausforderung dabei sei, wirklich Lustiges zu zeigen – nicht lustig Gemeintes oder ganz Nettes. «Leute bringt man zum Lachen, wenn man sich selbst nicht zu ernst nimmt, aber alles ernst meint.»

Anmeldung Newsletter

Wetter in Bern

laden