mitgliederwerden grey iconMitglied werden
Der Verdingbub Max (Nico Delpy) ist der brutalen Bauernfamilie Bösiger ausgeliefert.© Christian Kleiner
Stadttheater, Bern

Abrackern im Holzkubus

«Der Verdingbub» kommt erstmals auf die Bühne. Die Inszenierung der Filmemacherin Sabine Boss am Konzert Theater Bern spielt auf einer vielschichtigen Bühne.

Veranstaltungsdaten

SA 03.03.2018 19.30
SA 24.03.2018 19.30
SA 21.04.2018 19.30

Max rackert sich auf einem Bauernhof ab und kassiert Schläge. Nur die Zuneigung zur Magd Berteli, die ebenfalls unter der brutalen Familie Bösiger leidet, und sein Traum vom argentinischen Tango machen für Max das ­Leben lebenswert.

Der Spielfilm «Der Verdingbub» von Regisseur Markus Imboden thematisierte vor sechs Jahren ein dunkles Kapitel Schweizer Geschichte im Kino. Regierung und Parlament haben inzwischen den Wiedergutmachungsfonds für ehemalige Opfer von administrativer Versorgung, Verdingung und Zwangsadop­tion im 20. Jahrhundert eingerichtet. Nun zeigt das Konzert Theater Bern als Premiere eine Bühnenadaption von Barbara Sommer und dem Drehbuchautor Plinio Bachmann.

Regisseurin von «Der Goalie bin ig»

Schauspieldirektor Cihan Inan, der künstlerisch im Film verwurzelt ist, hat für diesen Stoff die Filmregisseurin und -dozentin Sabine Boss nach Bern geholt. Von ihr stammen Schweizer TV- und Kinohits wie «Ernstfall in Havanna», «Lüthi und Blanc» und «Der Goalie bin ig».

Laut der KTB-Dramaturgin Fadrina Arpagaus lotet Boss im Stück die Mittel des Theaters aus und schafft für die emotionale Geschichte des Verdingbuben (Nico Delpy) einen vielschichtigen Bühnenraum. So ist das Bauernhaus ein abstraktes Holzkon­strukt, an dem sich die Spielerinnen und Spieler abrackern, während die Musik (Nermin Tulic) als Schatten von Max über die Bühne geistert.

Events zu diesem Artikel

Bühne

Verdingbub

Nach dem Drehbuch Der Verdingbub von Plinio BachmannUraufführung Irgendwo im Berner Land. Max, Sohn einer Unverheirateten und Waise, wird direkt aus dem Heim auf den Bauernhof der Bösigers verdingt. Dort muss er schuften und gerät in den Abwärtsstrudel von Alkoholismus, un- gelebten Gefühlen und Gewalt. Ausblicke in eine verheissungsvolle Welt schaffen ihm der Traum von Argentinien und das Verdingmädchen Berteli. Zusammen werden sie «partners in crime». Plinio Bachmann hat mit Barbara Sommer sein Drehbuch des Erfolgsfilms Der Verdingbub für Konzert Theater Bern adaptiert. Hinter dem Bericht über eine verarmte Bauernfamilie liegen mehr als hundert dunkle Jahre Verdin- gung in der Schweiz. Verdingbub zeigt auf, wie grundlegend wirtschaftliche Verhältnisse das Zusammenleben prägen und spannt den Bogen in die heu- tige Welt, in der Abhängigkeit und Ausbeutung in Zeiten von «Care-Wirt- schaft» und globalem Menschenhandel weiterhin aktuelle Themen sind. Zugleich ist Verdingbub eine Parabel über die Verletzlichkeit des Menschen, dessen Würde nie für immer garantiert ist.   "Die filmischen Sequenzen unterbrechen andererseits erzählerische Passagen, Monologe – Grossaufnahmen im Film: Sie verdichten den Fortgang der Ereignisse und entwickeln den Sog einer Poesie der Schwermut. Stimmung und Stimme sind das atmosphärische Fundament einer vor allem nach der Pause erschütternden Lektion in Unmenschlichkeit. Hochsprache wechselt ab mit Dialekt, es sind bildstarke Dialoge von bisweilen Horvath’scher Kraft." - Daniele Muscionico, NZZ, 16. Oktober 2017 "Viel Handlung, schöne Nuancen, Sinn fürs Bühnenpraktische: In «Verdingbub» am Stadttheater Bern ist alles drin."  Regula Fuchs, - Der kleine Bund, 16. Oktober 2017 "Nicht zu laut ist diese Aufführung, sie trifft genau den richtigen Ton dafür, zu verstehen, wie sich die Verdingkinder unter der Herrschaft dysfunktionaler Familien gefühlt haben müssen. Sabine Boss nutzt aber auch Gelegenheiten für humoristische Einwürfe. Mit Licht und musikalischer Gestaltung geht Boss sparsam, aber wirkungsvoll um. (…) Man verlässt die Vorstellung mit einem Gefühl der Verantwortung. Das Thema Verdingkinder gehört zwar der Vergangenheit an, aber die Emotionen, die bei der Konfrontation damit entstehen, sind real und gegenwärtig. Und sie mahnen: Dieses Kapitel der Geschichte darf sich nicht wiederholen."  - Bettina Gafner, Berner Zeitung, 16. Oktober 2017 "Das Berner Ensemble findet plastische Figuren, ohne sie indes karikatural zu überzeichnen, namentlich Andreas Matti (der schon im Film einen Auftritt hatte) gibt dem Vater Bösiger eine markante depressive Vierschrötigkeit, und Nico Delpy als Verdingbub Max zeigt eine anrührende schüchterne Sehnsucht und Selbstbehauptung im Elend."  - Andreas Klaeui, nachtkritik.ch, 13. Oktober 2017  Stadttheater, Bern 03.03.2018, 19.30
Bühne

Verdingbub

Nach dem Drehbuch Der Verdingbub von Plinio BachmannUraufführung Irgendwo im Berner Land. Max, Sohn einer Unverheirateten und Waise, wird direkt aus dem Heim auf den Bauernhof der Bösigers verdingt. Dort muss er schuften und gerät in den Abwärtsstrudel von Alkoholismus, un- gelebten Gefühlen und Gewalt. Ausblicke in eine verheissungsvolle Welt schaffen ihm der Traum von Argentinien und das Verdingmädchen Berteli. Zusammen werden sie «partners in crime». Plinio Bachmann hat mit Barbara Sommer sein Drehbuch des Erfolgsfilms Der Verdingbub für Konzert Theater Bern adaptiert. Hinter dem Bericht über eine verarmte Bauernfamilie liegen mehr als hundert dunkle Jahre Verdin- gung in der Schweiz. Verdingbub zeigt auf, wie grundlegend wirtschaftliche Verhältnisse das Zusammenleben prägen und spannt den Bogen in die heu- tige Welt, in der Abhängigkeit und Ausbeutung in Zeiten von «Care-Wirt- schaft» und globalem Menschenhandel weiterhin aktuelle Themen sind. Zugleich ist Verdingbub eine Parabel über die Verletzlichkeit des Menschen, dessen Würde nie für immer garantiert ist.   "Die filmischen Sequenzen unterbrechen andererseits erzählerische Passagen, Monologe – Grossaufnahmen im Film: Sie verdichten den Fortgang der Ereignisse und entwickeln den Sog einer Poesie der Schwermut. Stimmung und Stimme sind das atmosphärische Fundament einer vor allem nach der Pause erschütternden Lektion in Unmenschlichkeit. Hochsprache wechselt ab mit Dialekt, es sind bildstarke Dialoge von bisweilen Horvath’scher Kraft." - Daniele Muscionico, NZZ, 16. Oktober 2017 "Viel Handlung, schöne Nuancen, Sinn fürs Bühnenpraktische: In «Verdingbub» am Stadttheater Bern ist alles drin."  Regula Fuchs, - Der kleine Bund, 16. Oktober 2017 "Nicht zu laut ist diese Aufführung, sie trifft genau den richtigen Ton dafür, zu verstehen, wie sich die Verdingkinder unter der Herrschaft dysfunktionaler Familien gefühlt haben müssen. Sabine Boss nutzt aber auch Gelegenheiten für humoristische Einwürfe. Mit Licht und musikalischer Gestaltung geht Boss sparsam, aber wirkungsvoll um. (…) Man verlässt die Vorstellung mit einem Gefühl der Verantwortung. Das Thema Verdingkinder gehört zwar der Vergangenheit an, aber die Emotionen, die bei der Konfrontation damit entstehen, sind real und gegenwärtig. Und sie mahnen: Dieses Kapitel der Geschichte darf sich nicht wiederholen."  - Bettina Gafner, Berner Zeitung, 16. Oktober 2017 "Das Berner Ensemble findet plastische Figuren, ohne sie indes karikatural zu überzeichnen, namentlich Andreas Matti (der schon im Film einen Auftritt hatte) gibt dem Vater Bösiger eine markante depressive Vierschrötigkeit, und Nico Delpy als Verdingbub Max zeigt eine anrührende schüchterne Sehnsucht und Selbstbehauptung im Elend."  - Andreas Klaeui, nachtkritik.ch, 13. Oktober 2017  Stadttheater, Bern 24.03.2018, 19.30
Bühne

Verdingbub

Nach dem Drehbuch Der Verdingbub von Plinio BachmannUraufführung Irgendwo im Berner Land. Max, Sohn einer Unverheirateten und Waise, wird direkt aus dem Heim auf den Bauernhof der Bösigers verdingt. Dort muss er schuften und gerät in den Abwärtsstrudel von Alkoholismus, un- gelebten Gefühlen und Gewalt. Ausblicke in eine verheissungsvolle Welt schaffen ihm der Traum von Argentinien und das Verdingmädchen Berteli. Zusammen werden sie «partners in crime». Plinio Bachmann hat mit Barbara Sommer sein Drehbuch des Erfolgsfilms Der Verdingbub für Konzert Theater Bern adaptiert. Hinter dem Bericht über eine verarmte Bauernfamilie liegen mehr als hundert dunkle Jahre Verdin- gung in der Schweiz. Verdingbub zeigt auf, wie grundlegend wirtschaftliche Verhältnisse das Zusammenleben prägen und spannt den Bogen in die heu- tige Welt, in der Abhängigkeit und Ausbeutung in Zeiten von «Care-Wirt- schaft» und globalem Menschenhandel weiterhin aktuelle Themen sind. Zugleich ist Verdingbub eine Parabel über die Verletzlichkeit des Menschen, dessen Würde nie für immer garantiert ist.   "Die filmischen Sequenzen unterbrechen andererseits erzählerische Passagen, Monologe – Grossaufnahmen im Film: Sie verdichten den Fortgang der Ereignisse und entwickeln den Sog einer Poesie der Schwermut. Stimmung und Stimme sind das atmosphärische Fundament einer vor allem nach der Pause erschütternden Lektion in Unmenschlichkeit. Hochsprache wechselt ab mit Dialekt, es sind bildstarke Dialoge von bisweilen Horvath’scher Kraft." - Daniele Muscionico, NZZ, 16. Oktober 2017 "Viel Handlung, schöne Nuancen, Sinn fürs Bühnenpraktische: In «Verdingbub» am Stadttheater Bern ist alles drin."  Regula Fuchs, - Der kleine Bund, 16. Oktober 2017 "Nicht zu laut ist diese Aufführung, sie trifft genau den richtigen Ton dafür, zu verstehen, wie sich die Verdingkinder unter der Herrschaft dysfunktionaler Familien gefühlt haben müssen. Sabine Boss nutzt aber auch Gelegenheiten für humoristische Einwürfe. Mit Licht und musikalischer Gestaltung geht Boss sparsam, aber wirkungsvoll um. (…) Man verlässt die Vorstellung mit einem Gefühl der Verantwortung. Das Thema Verdingkinder gehört zwar der Vergangenheit an, aber die Emotionen, die bei der Konfrontation damit entstehen, sind real und gegenwärtig. Und sie mahnen: Dieses Kapitel der Geschichte darf sich nicht wiederholen."  - Bettina Gafner, Berner Zeitung, 16. Oktober 2017 "Das Berner Ensemble findet plastische Figuren, ohne sie indes karikatural zu überzeichnen, namentlich Andreas Matti (der schon im Film einen Auftritt hatte) gibt dem Vater Bösiger eine markante depressive Vierschrötigkeit, und Nico Delpy als Verdingbub Max zeigt eine anrührende schüchterne Sehnsucht und Selbstbehauptung im Elend."  - Andreas Klaeui, nachtkritik.ch, 13. Oktober 2017  Stadttheater, Bern 21.04.2018, 19.30

Anmeldung Newsletter

Wetter in Bern

laden