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Ausschnitt: «Paris=Spinne», 1909/10 mit Bleistift und Farbstift.© Adolf Wölfli-Stiftung, Kunstmuseum Bern
Zentrum Paul Klee, Bern

Rhythmus im Kosmos

Adolf Wölflis «Riesen=Schöpfung» ist im Zentrum Paul Klee zu sehen. Textschöpfungen und bislang unveröffentlichte Hefte stehen im Fokus der Ausstellung.

Wegen «Versuchs an Beischlaf mit Kinder unter 12 Jahren», so die Akten, wanderte der frühere Verdingbub Adolf Wölfli (1864 – 1930) ins Zuchthaus, bis er 1895 mit der Diagnose «Dementia paranoides» (Schizophrenie) als 31-Jähriger in die Waldau eingewiesen wurde. Dort schuf er als «Natuhrvorscher, Dichter, Schreiber, Zeichner, Componist» ein eigenes Universum von exorbitanter Fülle. Seinen Gedichten, der Prosa, den Kompositionen, Malereien und Zeichnungen wohnt eine ganz eigene Rhythmik inne, die sich durch das 25000 Seiten umfassende Werk zieht, das in den 35 Jahren in der Anstalt entstand. Wölfli selbst, der als einer der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts gilt, nannte es die «Skt. Adolf Riesen=Schöpfung».

Das Zentrum Paul Klee widmet sich dem Kosmos Wölfli mit der Ausstellung «Riesen=Schöpfung». Erstmals werden Wölflis Schriften, die er selbst als sein Hauptwerk betrachtete, in den Fokus gerückt. Sie enthalten seine idealisierte Lebensgeschichte, die ihn als Mann von Welt auf Reisen gehen liess, während er tatsächlich sein Dasein in Gefangenschaft fristete. Zusätzlich werden bisher unveröffentlichte Hefte zu sehen sein. «Die Ausstellung setzt ein Statement für das Unangepasste und Aussergewöhnliche, das in einer immer stärker normierten Welt kaum mehr Platz findet», wie Hilar Stadler, Kurator der Ausstellung, sagt.

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