mitgliederwerden grey iconMitglied werden
Archiv
Klees befreiter Umgang mit der Linie hat Jackson Pollock inspiriert.© © Pollock-Krasner Foundation / 2017, ProLitteris, Zurich
Zentrum Paul Klee, Bern

Paul Klee in Übersee

Die Ausstellung «10 Americans. After Paul Klee» zeigt Einflüsse des Malers auf die amerikanische Kunst. Damit schliesst das Zentrum Paul Klee eine Forschungslücke.

«Ich habe eine Menge aus dem Studium seines Werks gelernt.» Die Aussage des Künstlers Kenneth Noland steht exem­plarisch für die neue Ausstellung «10 Americans. After Paul Klee» im Zentrum Paul Klee. Diese geht dem Klee-Boom in den USA der späten 30er- bis 50er-Jahre anhand von zehn künstlerischen Positionen nach.

Während Klee 1933 nach Bern zog und relativ isoliert an seinem Spätwerk arbeitete, beeinflusste sein freier und experimentierfreudiger Stil in Amerika viele jüngere Künstler. Robert Motherwell verehrte ihn als «Ober-Kritzler», Gene Davis als «einen der ersten Streifen-Maler» und Theodoros Stamos bewunderte seine «komplexe Einfachheit». Auch Jackson Pollocks Technik des Drip-Paintings soll auf Klees Umgang mit der Linie zurückgehen.

Ein Klee-Raum in Washington

Mit einer bahnbrechenden Ausstellung Klees im frisch eröffneten Museum of Modern Art (MoMA) 1930 und zwei grossen Retrospektiven 1941 und 1949 gelang es den teils konkurrenzierenden Galeristen in Übersee, den Klee-Boom zu entfachen. Derart, dass der Sammler Duncan Phillips in seinen Washingtoner Ausstellungsräumen einen permanenten Klee-Raum einrichtete. Die Phillips Collection hat zur Berner Ausstellung etliche Bilder beigetragen.

Von Stildogmen losgesagt

Die Kuratorin Fabienne Eggelhöfer schliesst mit dieser Ausstellung die Forschungslücke zur intensiven Klee-Rezeption in den USA. Die künstlerischen Einflüsse hat sie dingfest gemacht, indem sie Künstlerarchive und -schriften untersucht hat. «Es geht dabei nicht darum, Klee-ähnliche Kunst zu zeigen. Stattdessen habe ich Künstler ausgewählt, deren bewusstes Lossagen von Stildogmen und deren Suche nach einer persönlichen Bildsprache über formale Analogien zu Klee hinausgeht.» Laut Eggelhöfer wurden vier Aspekte, nach denen die Ausstellung aufgebaut ist, mehrheitlich künstlerisch rezipiert: bildnerisches Schreiben, archaische Zeichen und Symbole, Natur und biomorphe Formen sowie «polyphone All-over- Rythmen», also der Umgang mit Linien und Flächen.

Anmeldung Newsletter

Wetter in Bern

laden