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Edelweiss-Verzierungen wie auf dieser Platte waren Verkaufshits. © ZVG
Schloss Thun

Made in Heimberg

Bereits um 1900 begeisterten Alpenmotive die Touristen. Das zeigt im Schloss Thun eine Sonderausstellung zu historischer Souvenir-Keramik aus der Region.

Ein Bierkrug, ein Flachmann, ein Kerzenständer oder sogar ein Sparschwein: Vor keinem Gegenstand des Haushalts machte das bäuerliche Blümchenmuster in der Belle Époque zwischen 1880 und dem Ersten Weltkrieg Halt. «Edelweiss und Alpenidylle», wie die neue Sonderausstellung im Museum im Schloss Thun heisst, waren bei den Touristen im Berner Oberland bereits vor über 100 Jahren enorm beliebte Motive.

Das Entwerfen und Produzieren von regionaler Souvenir-Keramik in den Töpfereien von Heimberg und Steffisburg «wurde aus der Not heraus geboren», wie auf einer Tafel in der Ausstellung steht. Durch den Bau der Eisenbahnen und die Intensivierung des globalen Handels «überschwemmte hochwertige Ware aus dem Ausland den heimischen Markt». Die neue Regionalmarke erhielt den Namen «Thuner Majolika», in Anspielung auf das frühere Mittelmeerkeramik-Mekka Mallorca.

Die ausgestellten Originalstücke aus der Sammlung der Stiftung Schloss Thun legen dar, dass bei Souvenir-Kunst schon damals Kitsch vor Stil kam und die Grenzen des Geschmacks weit gefasst waren. Orientalistische Muster vermischten sich mit Edelweissen auf antiken Amphoren, und zum Verkaufshit avancierten Vedutenteller, deren üppige Landschaftsdarstellungen auch noch von Naturmotiven umrahmt wurden. Fast karg wirkt dagegen die Jugendstil-Keramik mit einzelnen Blüten und Tieren, die in den 1890er-Jahren aufkam.

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