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Der Swimming Pool bleibt leer. Schreckensszenario oder Zukunftsmusik? © EM2N
Alpines Museum, Bern

Letzte Tropfen

Das Alpine Museum eröffnet mit «Wasser unser» eine eindrückliche Ausstellung zum Thema Klimawandel. Fakten haben ebenso Platz wie das Spiel mit der Fiktion.

Es gibt in der Schweiz nur noch ein Skigebiet: «Schneeland» heisst es und

liegt irgendwo zwischen 3000 und 4000 Metern über Meer. Die Schneekanonen sind mittlerweile Exponate in Museen und erinnern an eine Zeit, in der sie das Manko an echtem Schnee ausgleichen mussten. Die Gletscher sind weg. Stattdessen gibt es dort, wo früher die ­weissen Zungen lagen, Mangos zu pflücken.

Kopfloser Umgang mit der Umwelt

Das sind zwei von sechs ­Szenarien, die im Alpinen Museum in der Ausstellung «Wasser unser» anzutreffen sind. Sie spielen im Jahr 2051, «einer Zeit, die für uns noch greifbar ist», wie Kuratorin Barbara Keller erklärt. Mit einem Mix aus Wissenschaft und kulturellen Beiträgen will die Ausstellung aufzeigen, was der kopflose Umgang mit der Umwelt uns eines Tages bescheren könnte. Da kreieren die Autorinnen Ruth Schweikert, Katja Brunner, Renata Burckhardt und Gianna Molinari wilde neue Realitäten, die in Form von Kurzgeschichten zu hören sind. Zugleich werden wissenschaftliche Fakten präsentiert. Etwa wenn der Geowissenschaftler Wilfried Haeberli, der seit 30 Jahren die Gletscher erforscht, in einem Videomitschnitt unverblümt sagt: «Im Jahr 2051 beginnen die Schwierigkeiten erst.»

Gar nicht so fiktiv

Barbara Keller, die Geografie studiert hat, betont, dass es weniger um Aufklärung als um das Verhandeln von Privilegien gehe: «Kann man in 35 Jahren noch in der Aare schwimmen? Und wie bewusst ist uns, dass Wassertrinken direkt ab Hahn keine Selbstverständlichkeit ist?». Schneeland, dieses fiktive und exklusive Wintersportmekka, ist übrigens gar nicht so weit von uns entfernt. Oder läuft der kleine Bügellift im Berggebiet Ihrer Kindheit etwa noch?

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