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«Wie stellen Sie sich die Existenz eines Dichters vor?»© Robert Walser-Stiftung Bern
Diverse Orte, Bern

Leben und lieben in Briefen

Im Oktober erscheint eine neue Ausgabe mit Briefen von Robert Walser. Heraus sticht der Briefwechsel mit einer Verehrerin. Ihn stellt das Robert Walser-Zentrum in Bern aus.

Witzig und geistreich formulierte Robert Walser in seinen Korrespondenzen: «Wie stellen Sie sich die Existenz eines Dichters eigentlich vor? Ich beziehe keine Renten und Gehälter sondern muss vom Ertrag dessen leben, was ich produziere», schrieb er etwa am 5. März 1917 dem Francke Verlag.

Dass Walsers Briefe nicht allein Fachleuten vorbehalten bleiben, dafür sorgen die Literaturwissenschaftler Bernhard Echte und Peter Stocker. Sie geben die «Berner Ausgabe» heraus, drei Taschenbuch-Bände, 1500 Seiten, vollgepackt mit 951 Korrespondenzstücken – sämtliche überlieferten Briefe von und an Robert Walser, entstanden zwischen 1897 und seinem Todesjahr 1956.

Tote Dichter schmecken besser

«Ein grosser Teil der Briefe war bisher nicht in Buchform publiziert. Zudem erklären wir im Kommentarteil die Umstände, unter denen die Briefe entstanden sind und ordnen sie in 
ihren Kontext ein», sagt Stocker. «Grossartig» findet er den Briefwechsel mit Therese Breitbach, einer Verehrerin Walsers: «Die Briefe sind 
geprägt von einer Leichtigkeit. Walser wollte der Leserin mit jedem Brief 
beweisen, was er kann. Er wollte ge­fallen, sah das als sportliche Herausforderung.»

Anlässlich des Erscheinens der neuen Ausgabe, stellt das Robert 
Walser-Zentrum die 20 Schriftstücke aus, die Walser und Breitbach einander geschickt haben. In einem Brief bezog sich Walser zwar auf 
einen chinesischen Dichter, die Textstelle trifft aber ebenso auf ihn selber zu: «Dichter, die längst tot sind, schmecken manchmal besser und strahlen mehr Lebendigkeit aus als manche schaffende und lebende.»

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