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Geflüchtete Menschen finden eine künstlerische Heimat im Kreativ_Asyl im Kulturpunkt.© Jürg Curschellas
Kulturpunkt im Progr, Bern / Kulturhof Schloss Köniz

Kunst vieler Länder

«Gemalte Flucht» und Kreativ_Asyl: Der Kulturhof Schloss Köniz und der Kulturpunkt im Progr zeigen Werke von geflüchteten Menschen.

Unter blauem Himmel mit Sonnenschein stehen eine Frau und ein Kind Hand in Hand zwischen einer Palme und einem Haus. Auf dessen Tür prangt ein Smiley, das traurig ausschaut. «Häuser und Flaggen werden häufig gemalt», sagt Silvia Weiss. Sie und weitere Kunsttherapeuten haben den Verein «Flüchtlinge malen» gegründet. Einmal pro Woche besuchen sie Bewohnerinnen und Bewohner von Berner Asylzentren mit Farbe, Pinsel und Papier.

In der Ausstellung «Gemalte Flucht» im Kulturhof Schloss Köniz, die auf Initiative der Reformierten Kirchgemeinde Köniz entstanden ist, können einige der therapeutischen Bilder besichtigt werden. Selten sind konkrete Flucht- oder Konfliktsituationen zu sehen. Das Bild eines Eritreers, das Menschen auf einem Boot aus der Vogelperspektive zeigt, ist eine Ausnahme.

Bei dieser Art des Malens gibt es keine Vorgaben. «Wichtiger als das Resultat sind der Prozess und die Wirkung», so Weiss. Viele würden während des Malens «zu sich finden» und ihre traumatischen Erlebnisse und unsichere Lebenslage für einen Moment vergessen.

Integration in Kunstszene

Ein anderes Konzept hat die offene Werkstatt Kreativ_Asyl im Progr in Bern, die ebenfalls eine Ausstellung veranstaltet. «Ziel ist es, dass geflüchtete Künstlerinnen und Künstler hier weiter ihren Beruf ausüben können und einen Arbeitsplatz finden», so Claude Haltmeyer vom Kulturpunkt im Progr. Dieser hat im Juni und Juli dem Projekt Kreativ_Asyl, das Progr-Künstlerinnen und -Künstler mit einem Förderbeitrag der Burgergemeinde Bern entwickelt haben, ein Atelier und Material zur Verfügung gestellt. Acht aus verschiedenen Ländern Geflüchtete haben das Angebot regelmässig genutzt, davon sind rund die Hälfte ausgebildete Künstler wie zum Beispiel der tschetschenische Maler Lechi Abaev.

Kreativ_Asyl, das vorerst in ein Atelier im zweiten Stock des Progrs umzieht, sucht weiterhin geflüchtete Künstler aller Sparten – besonders auch Künstlerinnen, denn bisher haben sich keine Frauen gemeldet.

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