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Zeichnete blaue Augen: Aloïse Corbaz.© Kunstmuseum Thurgau
Kulturpunkt im Progr, Bern

In den Fokus gerückt

Seit zehn Jahren ist der Kulturpunkt im Progr eine Plattform für Aussenseiterkunst. Die Jubiläumsschau «Jenseits aller Regeln» zeigt Art brut vom Feinsten.

Vor zehn Jahren zog der Off-Space Kulturpunkt von Basel nach Bern in den Progr. Von Anfang an dabei ist Claude Haltmeyer, der mit dem Raum jenen Künstler*innen einen Raum bieten will, die ausserhalb der etablierten Kunst
szene arbeiten. Die Aussenseiterkunst stammt von Autodidakt*innen, Menschen mit geistigen oder körperlichen Beeinträchtigungen sowie Kunstschaffenden mit Psychiatrieerfahrung. Mit der Jubiläumsausstellung «Jenseits aller Regeln» zeigt der Kulturpunkt eine breite Palette dieser Kunst. Für die Ausstellung stellte das Kunstmuseum Thurgau ein Best-of seiner umfangreichen Sammlung zur Verfügung, die es von Art brut-Kenner Rolf Röthlisberger erhalten hat. Dies biete dem Kulturpunkt die Möglichkeit, ohne grosse Hürden internationale Werke zeigen zu können, erklärt Haltmeyer: Kunstimporte aus dem Ausland seien normalerweise zu aufwendig und zu teuer für den kleinen Off-Space.

Stechend blau

Neben Werkgruppen aus dem Atelier La Tinaia in Florenz sind auch Klassiker wie die Arbeiten von Aloïse Corbaz vertreten. Die an Schizophrenie erkrankte Künstlerin war 1941 bereits 55 Jahre alt, als ihre Kunst entdeckt wurde, Jean Dubuffet stellte sie 1948 erstmals im Kunstkontext aus. Corbaz zeichnete mit Buntstiften und Ölkreiden farbenprächtige Liebesszenen, in deren Zentrum die Frau stand. Die stechend blauen Augen, die charakteristisch für ihre Figuren sind, schauen nun auf die Besucher*innen im Kulturpunkt.

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