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Blick ins Atelier von Chiara, die an der Cantonale in Thun und Langenthal ausstellt.© Raffaella Chiara
Diverse Orte, Bern und Jura

Horizontmomente

Die Cantonale Berne Jura überwindet sprachliche und kantonale Grenzen: Es laden zehn Kunsthäuser zu Ausstellungen von bernischen und jurassischen Kunstschaffenden. Verschiedene Ausstellungen von 
190 Kunstschaffenden und Gruppen an zehn Häusern: Die Cantonale Berne Jura ist ein Mammutprojekt – während Corona mehr denn je. «Die unwägbare Situation bezüglich der Pandemie und den damit verbundenen Massnahmen, die immer wieder verlängert wurden, machen Planung und Umsetzung für alle Beteiligten, insbesondere für die Kunstschaffenden und die Kura­torinnen und Kuratoren enorm schwierig», sagt Sabine Häberli, Koordinatorin der kantonsübergreifenden Ausstellung. Dennoch ist sie zuversichtlich und rät, ein Ausstellungshaus ausserhalb des eigenen Wohnorts zu besuchen: «Im Sinne des kantonsübergreifenden Konzepts empfehle ich etwa den Besuchenden aus Bern, nach Le Noirmont, und denen aus Delémont, nach Interlaken zu gehen», so Häberli. Die Cantonale 
Berne Jura überwindet Grenzen, seien sie sprachlicher oder kantonaler Natur und sie sorgt dafür, dass Kunsthäuser und Museen kantonsübergreifend 
grössere Aufmerksamkeit bekommen.

Beton-Stuckaturen

Ein Besuch lohnt sich, wie etwa im Musée Jurassien des Arts in Moutier, gleich doppelt: Das prachtvolle Museum in der ehemaligen Villa Bechler, die im Jahr 1903 erbaut wurde, ist mit seinem gigantischen, lichtdurchfluteten Saal bereits sehr kunstvoll. Es beherbergt im Rahmen der 10. Ausgabe der ­Cantonale Berne Jura unter anderem die an Stuckaturen erinnernden, verblüffend filigranen Betonobjekte Nick Röllins.

Diffus kontrastlos

Aus rund 450 Eingaben wählte eine fünfköpfige Jury 28 Projekte aus, die im Kunstmuseum Thun unter dem Titel «Whiteout» zu sehen sind. Angelehnt an ein Phänomen, dem wir in dieser Jahreszeit oft am frühen Morgen begegnen: Wenn Nebel und Schnee an kalten Wintertagen den Horizont verschlingen und Oben und Unten ineinanderfliessen, verschiebt sich, mangels der zur Orientierung notwendigen Kontraste, das räumliche Vorstellungsvermögen. Das Thema der Schau kreist um das Zusammenspiel von Licht und Schatten oder deren Abwesenheit, Verlorenheit und Diffusität. Die Künstlerin Raffaella Chiara mit Langnauer Wurzeln rückt etwa mit Monotypien und Zeichnungen einen Ort im Museum in eine neue Perspektive und lädt zum Innehalten und Reflektieren.

«Diskursiver Blick»

Weiter ist in Thun die multimediale Installation «Growth» des Künstlerduos Aebersold x Handberg, bestehend aus Markus Aebersold aus Münchenbuchsee und Chris Handberg aus Dänemark, zu sehen, in der ein an Rauch erinnerndes Licht Strahlen an die Wand wirft. Das Zusammenspiel von Holz, Licht, Metall, Reflexion und Soundeffekten wirkt willkürlich, wurde aber akribisch programmiert.

«Tatsächlich ist die Cantonale Berne Jura ein Spiegel der Gesellschaft, mit einem künstlerischen, kreativen und diskursiven Blick», sagt Häberli. Diesen gibt es neben Thun, Moutier, Interlaken und Le Noirmont auch in Porrentruy, Biel, Langenthal sowie in Steffisburg zu entdecken.

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