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«Portrait d'une femme aigre-doux» ist eine Kritik an das Michelin-Star-Ranking.© Gildas Coudrais
Galerie da Mihi, Bern

Hinterm Glas

Die Galerie da Mihi zeigt Hinterglasmalereien des Künstlers Gildas Coudrais.

Das Gemälde «Der ungläubige Thomas», ein Meisterwerk Caravaggios, ist State of the Art, wenn es um das Chiaroscuro geht. Der in Berlin lebende Künstler Gildas Coudrais besucht das Bild öfters in Potsdam, wo es hängt, und lässt sich vom Spiel mit Licht und Schatten in diesem 400-jährigen Werk für seine moderne Kunst inspirieren. Auch er nutzt Hell-Dunkel-Kontraste für seine Hinterglasmalereien. Den Effekt verstärkt Coudrais, indem er seine Gemälde mit LED-Licht von hinten beleuchtet.

In Sachen Sujet und Stil jedoch ist Coudrais alles andere als ein Caravaggio. Seine Bilder sind bunt, oft in Pop-Art-Manier, und Alltagsgegenstände erhalten darin symbolischen Charakter. Das können WC-Bürsten oder kabellose Minikopfhörer sein. Was den Werken einen gewissen Witz verleiht, ist nicht selten auch eine Kritik. So zeigt das Bild «Portrait d'une femme aigre-doux» den Hinterkopf einer schwarzhaarigen Frau mit Heiligenschein und in Trainerjacke. In der einen Hand hält sie einen Lollipop, an dessen Stiel Rollmopse aufgespiesst sind. Es sei eine kritische Auseinandersetzung mit dem auf Hochglanz polierten Michelin-Star-Ranking, wie die Galerie da Mihi schreibt. Diese zeigt in ihrer Ausstellung «Hinterglasmalerei» Coudrais’ neueste Portraits und Zeichnungen.

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