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Filigrane Handarbeit: Eine Lernende der Geigenbauschule Brienz in der Gastwerkstatt im Alpinen Museum. © Nicole Hametner
Alpines Museum, Bern

Hände, die werken

Schindler, Schuhmacherin und Co.: Wie steht es um die Handwerker in Schweizer Berggebieten? Die Ausstellung «Werkstatt Alpen» im Alpinen Museum porträtiert handwerkliche Berufe, Produkte und Konsumenten.

In der Stadt gibt es kaum Einblicke in den Handwerkerberuf im Berggebiet – bis jetzt. Die neue Ausstellung «Werkstatt Alpen – Von Macherinnen und Machern» im Alpinen Museum blickt in ihren Arbeitsplatz hinein und zeigt vom rohen Material bis hin zum fertigen Produkt, was es bedeutet, im di­gitalen und urbanen Zeitalter alten Praktiken nachzugehen und von dieser Arbeit zu leben. Die Ausstellung porträtiert sieben Protagonistinnen und Protagonisten, die im Schweizer Berggebiet einem Handwerk nachgehen. Einigen von ihnen kann beim Arbeiten in der Werkstatt der Ausstellung zugeschaut werden. Bis Mitte Dezember sind es Lernende der Geigenbauschule Brienz, die vor Ort werken.

Die Mode alpiner Produkte

Besuchende können auch selbst zum Holz greifen und versuchen, es zu spalten, ohne sich auf die Finger zu schlagen. Ein Versuch, die Arbeit von Eva Gredig, die im Safiental im Graubünden von Hand Schindeln herstellt, am eigenen Leib zu erfahren. «Mittlerweile machen wir nicht mehr nur Schindeln für Dächer», sagt Gredig. Für Hotelrezeptionen oder Saunas gebe es auch eine Nachfrage. Das Notwendige wird zur Dekoration, altes Handwerk ist bei der Städtern in. Ein Phänomen, welches der Philosoph Eduard Kaeser aufnimmt. Besuchende lauschen seinem Text über unsere Wiederentdeckung der Handarbeit.

Hartes Business

Personal zu finden, das mit dem Handwerk vertraut ist, ist hart. Die Ausstellung macht auch auf ausgestorbene Berufe wie der auf den der Vogel­fängerin oder des Feilenhauers oder bedrohte Professionen wie Messerschmiedin oder Kristallschleifer aufmerksam. Auch der Käser Gerhard Zürcher, der in der Bio-Bergkäserei Goms arbeitet, kennt den Kampf um gutes Personal. Aussterben wird sein Beruf aber nicht, denn «Gässe wird immer», wie er in einem Filmbeitrag in der Ausstellung sagt.

Auch unser Konsumdenken thematisiert «Werkstatt Alpen». Bin ich bereit, ein handgewobenes Handtuch für 100 Franken zu kaufen? Wie viel würde ich für die handgemachten Holz­ski bezahlen? Handwerk ist wertvoll. Doch sind wir bereit, den Preis dafür zu zahlen?

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